Reizhusten und Räusperzwang

(Chronische Kehlkopfentzündung)

„Ich brauche keinen Hustensaft, ich kann auch ohne husten …“. Diese Stilblüte aus Kindermund ist vor allem im Winterhalbjahr für viele Patienten mit chronischem Husten eine tägliche Realität. Nicht nur Raucher leiden häufig unter chronischem Räusperzwang. Bei manchen entsteht er „idiopathisch“ – also einfach so – oder ist die Folge einer nicht ausgeheilten Kehlkopfentzündung, der oftmals eine schwere Bronchitis vorausging.

Reizhusten: Seelische Ursachen?

Bevor Husten chronisch und nicht selten zu einer „never ending story“ wird – zumindest bis zum nächsten Frühjahr und manchmal auch über Jahre –, lohnt sich ein Blick auf die seelischen Aspekte der Halsregion. Um den Hals ranken sich eine Fülle von Sprichwörtern und Redensarten: ich habe jemanden am Hals, jemand geht mir an die Gurgel, kriegt den Hals nicht voll genug oder steckt bis zum Hals in Schulden bzw. man hat bis oben genug. Am Hals manifestieren sich Themen, die mit Angst, Enge und Todesfurcht zu tun haben, z. B., wenn jemand sagt, dass ihm ein anderer an den Kragen geht oder ihm den Hals umdrehen möchte. Als positiver Gegenpol zur erlebten Enge ermöglicht der Hals, speziell seine Drehung, einen größeren Überblick und das Erweitern des eigenen Horizonts: dank des Halses kann man die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wem der Kopf zurechtgerückt wurde – wofür man wiederum den Hals benötigt –, der weiß danach mit Sicherheit, wo rechts und links ist.

Reizhusten, der sich meistens im Bereich des Kehlkopfes, also im Halsbereich, abspielt, kann also weitaus mehr ausdrücken als die Tatsache, dass sich die Kehlkopfschleimhäute nach einem Atemwegsinfekt nicht ausreichend erholt haben. Natürlich ist das vordergründig der Fall, aber es treten meist seelische Befindlichkeiten als aufrechterhaltende Ursache mit hinzu. Husten ist ein körpersprachlicher Ausdruck eines Distanzierungswunsches. Wer anderen etwas hustet, hält sich die Mitmenschen vom Leib, will Abstand schaffen und sich aus einem Konfliktfeld zurückziehen. Wer sich ständig räuspert, möchte vielleicht auch mal was sagen, traut sich aber nicht oder kann nicht richtig durchdringen. In dem Maße, wie der Mensch lernt, sich zu äußern statt sich zu räuspern, erübrigt sich die Indikatorfunktion des „Hustens aus Gereiztsein“.

Reizhusten und Räusperzwang: Ursachen und Symptome

Reizhusten ist ein unproduktiver, nicht-schleimiger und trockener Husten, der in manchen Fällen auch mit Heiserkeit einhergeht. Bei der klassischen chronisch-unspezifischen Kehlkopfentzündung dauern die Beschwerden meist über Wochen bis Monate. Die Stimme wird im Laufe der Zeit tiefer und allmählich weniger belastbar. Natürlich können äußere Faktoren für die Beschwerden verantwortlich sein: Rauchen, berufsbedingte Luftverunreinigungen, trockene Heizungsluft oder ein Beruf, der die Stimme überdurchschnittlich beansprucht. Doch machen diese Fälle nur einen kleinen Teil der Patienten mit chronisch-unspezifischer Kehlkopfentzündung aus. Die „idiopathische“ Form, bei der man also keine Ursache ausmachen kann, ist häufiger, aber auch ebenso oft von hartnäckiger Therapieresistenz.

Reizhusten: Praktische Tipps zur Selbstbehandlung

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© Margret Rupprecht

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