Ringelblume – Calendula officinalis

Heilpflanze für eine beschleunigte Wundheilung und zur Verbesserung der seelischen Regeneration

Leben braucht Grenzen. In vielerlei Hinsicht. So können wir das aus Buchstaben geformte Wort nur lesen und verstehen, wenn die Buchstaben einzeln stehen und deutlich voneinander geschieden sind. Würde man sie übereinander schreiben, ergäbe sich ein Klecks schwarzer Tinte und keiner würde jemals erraten, welches Wort hinter dieser Buchstabenanhäufung verborgen ist. Es braucht einen Zwischenraum und eine Trennung, damit Klarheit entstehen kann und das Gemeinte deutlich sichtbar wird.

Im zwischenmenschlichen Bereich lässt sich ein ähnliches Phänomen beobachten: Je deutlicher zwischen Ich und Du unterschieden wird, desto klarer wird die Kommunikation. Hat jeder der beiden Partner klare Grenzen und einen eigenen Standpunkt, kann verhandelt und nach einer für beide Seiten akzeptablen Lösung gesucht werden. Gibt es diese Grenzen nicht und sind zwei Menschen un-unterschieden und symbiotisch, entsteht daraus ein Nährboden für Missverständnisse und Überforderungen.

Auf der körperlichen Ebene ist die Haut das Organ der äußeren Begrenzung. Sie schützt und behütet alles, was sie bedeckt. Über die Haut berühren und kommunizieren Menschen miteinander, aber ebenso können sie sich dort auch verletzen. Wie sehr das auch für den emotionalen Bereich gilt, ist an Erkrankungen wie Neurodermitis zu erkennen, bei der Hautsymptome sich verstärken, wenn seelische Belastungen zunehmen.

Sich um sich selbst zu kümmern, bedeutet in gesundheitlicher Hinsicht nicht zuletzt auch die Pflege der körperlichen, aber auch der „seelischen Haut“, besonders wenn äußere und innere Grenzen gegen den Willen des betroffenen Menschen überschritten worden sind.

Eine Heilpflanze, die das Heilwerden verletzter Haut und verletzter emotionaler Grenzen gut unterstützt, ist die Ringelblume (Calendula officinalis). Sie steht für kraftvolle Erneuerung und das Wiederherstellen von Integrität. Ihre Fähigkeiten zum Verschließen von Wunden werden erkennbar, wenn man Pflanzengestalt und -verhalten intuitiv auf sich wirken lässt.

Ringelblume – Heilpflanze mit enormen Erneuerungskräften

Der Heilpflanzenforscher Wilhelm Pelikan schreibt: „Aus dem Samen der Ringelblume keimt es sehr leicht und schnell, treibt sodann mit vielen Blättern rasch ein Kraut empor, das starke, unbändige Schwell- und Wucherkräfte verrät. Die Blüte blüht rasch ab, macht neuen Platz. Wuchernde Eile also auch hier.“

Wer Ringelblume in seinem Garten hat, kennt die große Erneuerungsfähigkeit und die kurzen Wuchszyklen der Pflanze aus eigener Beobachtung. Wenn man mit der Hand über das Kraut streicht, bleibt ein Geruch zurück, der leicht modrig ist und an Verwesung und Gräber erinnert. Interessanterweise war Calendula in früherer Zeit eine beliebte Friedhofspflanze.

Ringelblume ist eine Pflanze von großer Lebendigkeit und lebenserhaltender Kraft. Ihre leuchtend gelben und orangen Farbtöne weisen auf ein warmes, lichtes Wesen hin. Schneidet man die Pflanze am Stiel ab, tritt ein weißlicher Saft aus, der sich rasch verfestigt und die Schnittstelle mit einem kompakten Überzug schützt. Das Wesen der Ringelblume ist ganz auf das Verschließen von Wunden und auf die Heilung des gestörten Energiefeldes über einer Wunde ausgerichtet. Daher hat die Ringelblume in der Heilkunde ihr Einsatzgebiet überall da, wo Zerfall droht, den sie durch die Kraft beschleunigter Regeneration zu verhindern hilft, bzw. bei seelischem und körperlichem Wundsein, das sie durch ihr balsamisches Wesen lindert und heilt. Sie ist die Pflanze gegen Prozesse drohenden Absterbens und einer verletzten inneren und äußeren Integrität. Dies betrifft vor allem das Grenzorgan Haut, wenn der stoffliche Leib in seinen Grenzen verletzt und wund geworden ist.

Ringelblume in der Medizingeschichte

Als beliebte Friedhofspflanze wird Calendula auch Totenblume, Kirchhofblume, Weinbleaml oder Marienrose genannt. Sie symbolisiert die Wiederkehr des Lebens nach dem Tod.

Ringelblume ist eine einjährige, etwa 50 cm hoch werdende Pflanze aus der Familie der Korbblütler mit filzig behaarten Stängeln und Blättern. Die gelb-orangefarbenen Blüten sind im Durchmesser etwa 5 cm breit.

In der Antike war die Ringelblume noch nicht als Heilpflanze bekannt, auch im Capitulare Karls des Großen findet man sie nicht. Die ersten Erwähnungen datieren aus dem 12. Jahrhundert. Albertus Magnus empfiehlt sie gegen den Biss wilder Tiere. In Schlesien mischte man zerquetschte Ringelblumenblätter mit Ziegenbutter und rieb damit die Haut über einem verdorbenen Magen ein. Der Ringelblumentee war im Elsass ein beliebtes Mittel bei Durchfall – das Wundsein der Darmschleimhäute. Äußerlich verwendete man Ringelblumensaft gegen Warzen, Krätze, Flechten und verhärtete Lymphknoten. Die heilsame Wirkung auf die Haut wurde eher über Umwege bekannt: Blütenblättchen der Ringelblume wurden früher gern zum Schminken benutzt, wobei man die dunkelorangen Blätter wegen ihrer intensiven Farbigkeit höher schätzte als die gelben. Bei dieser Art der Anwendung hat man wohl zum ersten Mal die wundheilende Kraft der Calendula bei Hauterkrankungen entdeckt.

Hildegard von Bingen empfiehlt die Ringelblume äußerlich bei Ekzemen und innerlich bei Verdauungsstörungen. Pfarrer Kneipp verwendete Calendula bei Geschwüren, die „recht bösartig und giftig aussehen“. Kneipp schätzte sie auch als innerliches Wundheilmittel: Bei Magenentzündung und Magengeschwüren verordnete er 6 – 8mal täglich einen Löffel Ringelblumentee.

Praktische Einsatzmöglichkeiten für die Ringelblume

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©  Margret Rupprecht

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