Aphthen

Sie sind einzeln oder zu mehreren auftretende, umgrenzte Entzündungen der Mundschleimhaut mit gelblich-eitrigem Belag: Aphthen. Meist werden sie nur linsengroß, sind aber ausgesprochen schmerzhaft, vor allem, wenn sie mit Säuren aus der Nahrung in Berührung kommen. Aphthe ist dabei noch lange nicht Aphthe. Das vom Griechischen hapto – brennen abgeleitete Wort bezeichnet zwei verschiedene Krankheitsformen: die sog. Stomatitis aphthosa, wobei an der Mundschleimhaut zeitgleich sehr viele und extrem schmerzhafte Aphthen auftreten, und die chronisch wiederkehrenden Aphthen, von denen in der Regel nur eine einzelne auftritt und dies meist im Abstand von mehreren Wochen oder Monaten.

Eine Stomatitis aphthosa ist oft Auftakt von Viruserkrankungen und taucht vor allem im Rahmen von Herpes-simplex-Erstinfektionen auf, aber auch zu Beginn anderer Virusinfektionen, z. B. mit Coxsackie-Viren.

Die nur gelegentlich und vereinzelt auftretenden Aphthen lassen sich hingegen weniger eindeutig auf bestimmte Ursachen zurückführen. Als mögliche Auslöser werden seelische Überlastung, Schlafmangel, Infekte, kleinere Verletzungen der Mundschleimhaut in Kombination mit Nahrungsmittelallergien, eine allgemein schlechte Immunlage durch Fehlernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten gegen Zitrusfrüchte, ungeschälte Walnüsse oder Lebensmittelzusatzstoffe, Vitamin B12-, Eisen- oder Folsäuremangel und Störungen des Magen-Darm-Kanals diskutiert. Dazu gehören Darmpilze durch einen übermäßigen Verzehr von Süßigkeiten oder andere Entgleisungen der Darmflora. In den vergangenen Jahren haben Forschungen gezeigt, dass auch kurzzeitige Autoimmunreaktionen Ursache für das Entstehen der kleinen Entzündungsherde sein können. Aphthen treten häufig nach seelisch sehr belasteten Tagen auf wie am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, nach einer Prüfung oder einem Streit mit dem Partner.

 

Aphthen: Seelische Ursachen?

Aphthen entstehen als kleine rote Flecken an der Mundschleimhaut, die sich rasch zu weißlich belegten kleinen Geschwüren weiterentwickeln. Bevorzugte Lokalisationen sind Zungenspitze, Wangeninnenseite, Innenseite der Lippen und Zahnfleisch. Aphthen heilen üblicherweise nach ein bis zwei Wochen ab, können aber auch bis zu vier Wochen Beschwerden machen. Wegen der großen Schmerzhaftigkeit können Betroffene kaum noch sprechen oder essen. Sogar das Trinken oder das Schlucken von Speichel können weh tun.

Gelegentlich auftretende Aphthen sollte man nicht psychosomatisch überbewerten. Aber für das tiefere Verständnis von hartnäckig wiederkehrenden Symptomen – ohne sonstige organische Ursache – ist es hilfreich, Art, Ort, Verlauf und Bedingungen ihres Erscheinens auch einmal symbolisch zu betrachten. Aphthen entstehen im Mund, der oberen Eintrittspforte des Körpers. Sie sind Entzündungen, die sich in gesundem Gewebe ausbreiten. Der Mund steht symbolisch für die Themen Aufnahme, Ausdruck und „Mündigkeit“, die Zunge – beliebte Lokalisation für Aphthen – symbolisiert das Thema Sprache, der Gaumen steht für Geschmack. Bei immer wieder auftretenden Aphthen ohne sonstigen Befund stellt sich die Frage: Wogegen wehre ich mich? Welchen Dingen verweigere ich die Aufnahme? Was schmeckt mir – im übertragenen Sinne – nicht? Was lähmt mir die Zunge? In der Praxis lässt sich auffallend häufig beobachten, dass Patienten mit wiederkehrenden Aphthen wegen irgendeiner Sache schon lange frustriert und enttäuscht sind. Gespräche über die Frage, mit welchen privaten oder beruflichen Situationen man nur schwer fertig wird und was man tun kann, um Entlastung zu erhalten oder eine Lösung für einen nur schwer zu lösenden Konflikt zu finden, sind manchmal schon die halbe Therapie. Alles, was Menschen aussprechen dürfen, müssen sie nicht mehr widerwillig herunterschlucken.

Aphthen – Praktische Tipps zur Selbstbehandlung

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© Margret Rupprecht

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