Kinderlosigkeit –

Wenn Körper und Seele Nein sagen

„Keiner liebt die Kinder um der Kinder willen, sondern weil man das Selbst liebt, liebt man die Kinder“, sagt das Vedanta, eines der sechs klassischen Systeme der indischen Philosophie. Dieser Satz, so alt und so klug wie er ist, gehört als Ausgangspunkt in jede Überlegung, ob man ein Kind nicht nur will, sondern wirklich will. Denn erst eine Frau und ein Mann, die sich bewusst mit ihrer Motivation für ein Kind auseinandergesetzt haben, können die Verantwortung für einen neuen Menschen wirklich eingehen. Es ist doch eigenartig, dass wir in einem Land leben, in dem man für eine Fahrerlaubnis die Fahrschule besuchen und sich einer Prüfung unterziehen muss, aber Eltern werden darf man „einfach so“. Dabei ist die Liebe zu einem Kind und seine achtsame Führung eine ungleich größere und verantwortungsvollere Aufgabe als das Fahren eines Autos.

Warum wünschen sich Paare, vor allem Frauen, ein Kind? Weil die Eltern oder Schwiegereltern es erwarten, die Kolleginnen Mutter werden, weil man sonst das Gefühl hat, etwas zu verpassen, oder gar, um in seinen Kindern „weiter zu leben“? Wer aus diesen Gründen Nachwuchs bekommt, für den kann das Kind später manchmal mehr zur Belastung als zur Erfüllung werden. Die Lieblosigkeit, mit der manche Eltern ihre Kinder behandeln, spricht eine deutliche Sprache. Und die Dramen zu leugnen, die sich in vielen Familien abspielen, in denen Kinder nur noch eine „Last“ sind, wäre schlichtweg Realitätsverdrängung.

Paare, die (noch) keine Kinder haben, neigen oft dazu, das Leben mit Kindern zu idealisieren und mit romantischen Vorstellungen aufzuladen. Doch: Kinder können ein Paar zwar sehr glücklich machen – aber auch sehr unglücklich … Davor sollte man nicht die Augen verschließen, sondern es sehr realistisch sehen.

Nur die tiefe Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, ihre tragfeste und stabile Beziehung zueinander, kann Basis für einen echten Kinderwunsch sein. Doch gehört es wahrscheinlich zu den Schattenseiten des menschlichen Lebenslaufes, dass zu einer derart gereiften Beziehung oft (wenn auch nicht immer) ein etwas höheres Lebensalter gehört. Die Biologie aber – vor allem die weibliche – macht das Kinderbekommen in jungen Jahren erforderlich, wenn ein Mann und eine Frau sich selbst und als Paar oft noch nicht wirklich innerlich „begegnet“ sind und nicht selten ihr Tun von den Erwartungen der Anderen bestimmen lassen. Kinderlosigkeit kann ein hartes Schicksal sein. Aber im späteren Leben erkennen zu müssen, dass man die Mutter oder den Vater seines Kindes viel zu unbewusst geheiratet und lieber mit einem anderen Partner eine Familie gegründet hätte, ist auch kein leichtes Schicksal – vor allem, wenn man später einem Menschen begegnet, der sich für einen selbst als wirklicher Seelengefährte herausstellt.

Ist Mutterschaft wirklich meine tiefste Sehnsucht?

Dazu gesellt sich ein weiterer Aspekt. Frausein bedeutet nicht automatisch Mutter werden wollen. Es gehört zu den großen Verdiensten des psychosomatischen Arztes Dr. Ruediger Dahlke, die Unterschiede zwischen den weiblichen Archetypen herausgearbeitet zu haben, die er nach den griechischen Göttinnen Artemis, Athene, Hera, Demeter etc. bezeichnet (siehe: „Frauen-Heil-Kunde. Bedeutung und Chancen weiblicher Krankheitsbilder“, Bertelsmann Verlag). Während für den weiblichen Archetyp Demeter das Mutterwerden den Inbegriff der Erfüllung darstellt, kann Pallas Athene mit Kindern nicht viel anfangen. Athene ist vielmehr die kluge und kühl überlegende Strategin, in der Männliches und Weibliches gleich stark leben. Sie braucht keinen männlichen Gefährten, um ihren Animus zu spiegeln, sondern lebt keusch, was sich im Übrigen von lateinischen conscius – bewusst ableitet. Auch wenn Athene zeitweise männlich wirkt und handelt, ist ihre Weisheit und Klugheit eine zutiefst weibliche, weil immer am Praktischen und vor allem am Menschen orientiert. Der weibliche Archetyp Athene zielt nicht auf Wissen, sondern auf Weisheit, die den Aspekt der Erfahrung mitberücksichtigt. Sie denkt auf männliche Weise weiblich: für das Leben und für die Menschen. Athene-Frauen führen umsichtig große Unternehmen, arbeiten als Wissenschaftlerinnen oder sind als Kanzlerin und Ministerin in der Politik engagiert. Wenn sie sich jeden Tag um Kinder kümmern müssten, wären sie vielleicht genervt und unglücklich, weil ein großer Teil ihrer besten Qualitäten brachliegt. Es hat keinen Sinn, wenn Menschen etwas tun sollen, das ihnen weder liegt noch Freude macht. Ein großer Vorzug des 21. Jahrhunderts liegt doch in der Fülle an Lebensmodellen, die es uns anbietet. Es kommt schließlich nicht darauf an, Normen zu erfüllen, sondern ein freier und authentischer Mensch zu sein, der seine individuellen Begabungen optimal zum Wohl der Gesellschaft entfalten kann. Manche Frauen gebären lieber mit dem Kopf als mit dem Bauch. Sie sind echte „Kultur-Kreative“ und spüren sehr genau, dass sie einerseits der Doppelbelastung von Beruf und Familie nicht gewachsen wären, andererseits das alleinige Muttersein sie geistig nicht genug ausfüllt. Sie suchen sich andere Wege, um fruchtbar zu sein – und das ist auch gut so.

Es kann ein großes Glück sein, Kinder zu haben. Und es kann ein großes Glück sein, kinderfrei zu sein. Es kommt eben immer auf den individuellen Menschen an.

Gewissenhaft die eigene Motivation des Kinderwunsches hinterfragen

Bevor ein Paar sich zu einer Kinderwunschtherapie entschließt, sollten sie sich als erstes die Frage stellen: „Warum wünschen wir uns ein Kind?“ Ärzte, Heilpraktiker und Psychotherapeuten, denen es gelingt, Frauen, bzw. Paare an ihre tieferen Motivationen zu bringen, führen ihre Patienten „zu sich selbst“. Auch das ist Heilung, vielleicht gerade das. Denn das Beste, was einer kinderlosen Beziehung passieren kann, ist eben manchmal nicht – ein Kind. Sondern eine bewusste Auseinandersetzung mit Pseudo-Motiven und der noch oder nicht mehr vorhandenen Liebe innerhalb der Paarbeziehung. Es gibt Partner, die sich wegen ihrer Kinderlosigkeit getrennt haben, sich beide neu verliebten und in der neuen Beziehung sofort zu glücklichen Eltern wurden. Und es gibt Frauen, die sich selbst als kinderfrei (und nicht als kinderlos – was ein Unterschied ist) bezeichnen und durch und durch glückliche Frauen sind – seelisch mehr erfüllt als manche Mutter.

Zu einer ganzheitlichen Kinderwunschtherapie gehört es eben auch, für diese Zusammenhänge sensibel zu werden und die davon ausgelösten inneren und äußeren Entwicklungswege auch wirklich zu gehen.

Praktische Tipps zur Selbstbehandlung:

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©  Margret Rupprecht

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