Hepatitis

Der Krankheitsbegriff Hepatitis (Leberentzündung) leitet sich vom griechischen Wort hepar – die Leber ab. Die Endung –itis weist darauf hin, dass es sich um einen entzündlichen Prozess handelt. Es gibt mehrere Formen dieser Erkrankung. So unterscheidet man je nach Ursache und Erregertypus eine Hepatitis A von einer Hepatitis B, C, D und E.

Hepatitis: Symptome

Das Frühwarnsignal einer Leberentzündung sind Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Dazu gesellen sich Symptome, die denen einer Grippe ähnlich sind. Typisch sind Müdigkeit und Kopfschmerzen, die bisweilen von Gelenkschmerzen, Übelkeit oder Brechreiz begleitet werden. Auch kann sich ein Widerwille gegen Fett, Fleisch, Alkohol und Nikotin einstellen. Als Folge der eingeschränkten Leberfunktion können sich Blähungen, Verstopfung oder Durchfall entwickeln. Eine entzündete Leber vergrößert sich und drückt auf die sie umgebende bindegewebige Kapsel. Diese Kapselspannung macht sich als Schmerz unterhalb des rechten Rippenbogens bemerkbar. Bei schwereren Krankheitsverläufen können leichtes Fieber und einen juckender Hautausschlag auftreten.

In der zweiten Krankheitsphase färben sich Haut und Augen gelblich (Gelbsucht). Der Urin weist eine dunklere Farbe auf, während der Stuhl farbloser wird. Manchmal kommt es zu Lymphknoten- und Milzvergrößerung. Letztere führt zu Spannungsschmerzen unterhalb des linken Rippenbogens. Die Gelbsucht kann sich in den ersten drei Wochen verstärken.

Dieser fulminante Verlauf einer Hepatitis findet sich bei den schweren akut verlaufenden Leberentzündungen. Tückisch an diesem Krankheitsbild ist jedoch, dass es in chronischen Fällen oft relativ symptomarm verläuft. Da eine Hepatitis in den meisten Fällen durch Viren übertragen wird, ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch.

Leberentzündung: Ursachen

Für das Entstehen einer Leberentzündung gibt es eine ganze Reihe von Ursachen.

Hauptsächlich sind Viren verantwortlich. Die wichtigsten sind die Hepatitisviren vom Typ A, B, C, D und E. Daneben können aber auch andere Viren, z. B. Herpesviren oder das Gelbfiebervirus, eine Hepatitis auslösen.

Neben Viren sind toxische Substanzen eine häufige Ursache für Leberentzündungen. Hier ist vor allem Alkohol, aber auch chronischer Medikamentenkonsum zu nennen. Als „Kläranlage“ für den Organismus ist die Leber für den Abbau aller giftigen Substanzen zuständig. Da Alkohol ein Zellgift darstellt, muss er sogleich in der Leber abgebaut werden. Bei chronischem Alkoholmissbrauch überschreitet das die Verarbeitungskapazitäten des Organs erheblich, mit der Folge, dass irgendwann die Funktionszellen der Leber „gereizt“ reagieren. Dasselbe gilt für die Dauereinnahme vieler Medikamente, die das Leberfunktionsgewebe ebenfalls überfordern und damit schädigen können.

Neben Viren und toxischen Substanzen gibt es einige Stoffwechselerkrankungen, die mit einer Leberentzündung einhergehen können. Zu ihnen zählen Morbus Wilson, auch als Kupferspeicherkrankheit bekannt, oder die Hämochromatose, eine Erkrankung des Eisenstoffwechsels.

Eine weitere mögliche Ursache für Hepatitis ist die Leberverfettung. Eine Fettleber kann im Rahmen von Diabetes entstehen oder als Folge jahrelanger Über- und Fehlernährung auftreten.

Eine letzte Gruppe der Hepatitisursachen sind Autoimmunerkrankungen. Bei einer Autoimmunhepatitis kommt es zu fehlgesteuerten Immunreaktionen gegen die eigenen Leberzellen.

Die unterschiedlichen Typen der Leberentzündung

Die verschiedenen Hepatitisarten unterscheidet man in drei große Gruppen: Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C. Die C-Hepatitis ist ähnlich wie die vom Typ D und E noch nicht erschöpfend erforscht.

 

HEPATITIS A

Diese auch Reisehepatitis oder HAV-Hepatitis genannte Form der Leberentzündung wird über Schmierinfektionen direkt von Mensch zu Mensch oder über kontaminierte Nahrung übertragen. Typische Träger von Hepatitis-A-Viren sind Nahrungsmittel wie Speiseeis, Obst, Salat, Muscheln und andere Schalentiere. Gefahrenquellen sind ferner unzureichend gereinigtes Essbesteck, Geschirr oder Toiletten. Auch Fliegen können den Krankheitserreger übertragen. Der Name Reisehepatitis kommt dadurch zustande, dass man sich die Krankheit vor allem in Ländern mit warmem Klima und mangelnden hygienischen Bedingungen holt. Es gibt allerdings die Möglichkeit, sich durch eine Impfung vor Ansteckung zu schützen. Man kann das Risiko einer Ansteckung ein wenig minimieren, wenn man bereit ist, im Urlaubsland einige hygienische Maßnahmen zu beachten, z. B. Abkochung des Trinkwassers oder häufiges Händewaschen. Schalentiere und Salat sollte man nur in Restaurants verzehren, deren Erscheinungsbild einen vertrauenswürdigen Eindruck macht. Das fängt bei der Sauberkeit von Tischwäsche und Räumlichkeiten an und endet beim ordentlich geputzten WC. Eine Impfung gegen Hepatitis A wird vor allem Patienten empfohlen, die bereits unter anderen chronischen Lebererkrankungen leiden und eine weitere Schwächung des Organs durch eine Hepatitis A nicht riskieren sollten. Die Kosten werden in diesem Fall von den Krankenkassen übernommen.

Da Hepatitisviren eine längere Zeit benötigen, um sich im Organismus einzunisten und Symptome hervorzurufen, kann es bei der Hepatitis A etwa 6 bis 50 Tage dauern, bis sich die ersten Krankheitszeichen bemerkbar machen. Unter Umständen ist man schon längst wieder zuhause, bis man bemerkt, dass man eine Reisehepatitis mitgebracht hat. Die Infektionsquelle ist dann meist nicht mehr ausfindig zu machen.

Bei gutem Allgemeinzustand verläuft eine Hepatitis A relativ symptomarm. In etwa 10 % der Fälle kommt es jedoch zu den oben beschriebenen Symptomen. Das „Gute“ an einer Reisehepatitis ist jedoch die Tatsache, dass sie immer ausheilt und es keine chronischen Verlaufsformen gibt. Und noch ein kleiner Trost für Reisefreudige: Wer einmal eine Hepatitis A durchgemacht hat, ist gegen eine erneute Infektion immun. Eine Impfung ist in diesem Fall nicht mehr notwendig.

 

HEPATITIS B

Eine Hepatitis B ist sehr ansteckend, hat jedoch etwas andere Ansteckungswege als die Hepatitis A. Sie wird in erster Linie über Sexualkontakte oder über das Blut (parenteral) übertragen. Auch eine Infektion von der Mutter auf das Kind ist möglich. Da das Virus in fast allen Körperflüssigkeiten nachweisbar ist, kommt es gelegentlich zu Übertragungen durch Küssen oder gemeinsames Benutzen von Geschirr und Besteck.

Auch wenn man in der Naturheilkunde dem Thema Impfung kritisch gegenübersteht, gilt bei der Hepatitis B: Personen, die mit einem Hepatitis-B-Patienten in einem Haushalt leben, sollten sich unbedingt impfen lassen, um eine Ansteckung auszuschließen. Die Hepatitis-B-Impfung ist gut verträglich und gilt als eine der sichersten Vorsorgeimpfungen überhaupt.

Hepatitis B wird auch Infektiöse Gelbsucht, Serumhepatitis oder HBV-Hepatitis genannt. Ihre Inkubationszeit – die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausdruck der ersten Symptome – kann bis zu einem halben Jahr betragen. Noch bevor ein Infizierter die Krankheit bemerkt, kann er das Virus schon auf Andere übertragen. Als Eintrittspforte für den Erreger genügen mikroskopisch kleine Hautverletzungen, in die infizierter Speichel, Urin, Stuhl, Scheidensekret, Samenflüssigkeit, Blut oder Blutplasma eindringen. Zur Vorbeugung einer Hepatitis-B gelten neben der Impfung für gefährdete Personenkreise (Ärzte, Heilpraktiker, Kosmetikerinnen, Angehörige von Erkrankten, Drogensüchtige, Homosexuelle, Dialysepatienten etc.) die strenge Trennung von Geschirr für Infizierte und Gesunde und das Meiden von Gegenständen, die mit Blut kontaminiert sein könnten, auch wenn man es nicht sieht. Dazu gehören z. B. Rasierer, Nagelschere, Zahnbürste etc. Nicht nur wegen AIDS, sondern auch zum Schutz vor Hepatitis B ist die Verwendung eines Kondoms beim Sexualverkehr unbedingt anzuraten. Da Blutkonserven heute auf Hepatitis-Viren untersucht werden, ist eine Ansteckung durch Bluttransfusion äußerst unwahrscheinlich.

In Südostasien, in den Ländern südlich der Sahara und in der Amazonas-Region ist Hepatitis B relativ weit verbreitet. Bei Reisen in diese Regionen sind deshalb die genannten Vorsichtsmaßnahmen unbedingt empfehlenswert.

Bei gutem Allgemeinzustand verläuft die Hepatitis B relativ symptomarm, jedoch können die o. g. Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit etc. durchaus auftreten. Ein Drittel der Erkrankten entwickelt eine akute Gelbsucht, ein weiteres Drittel entwickelt keine Gelbsucht und das restliche Drittel zeigt einen völlig asymptomatischen Verlauf. Eine Hepatitis B heilt jedoch nicht immer aus. Bei Erwachsenen mündet in etwa 5 % der Fälle die akute Erkrankung in eine chronische Form. Kinder, die vor oder während der Geburt infiziert werden, entwickeln sogar in 90 % der Fälle eine chronische Hepatitis B. Nach einer Ausheilung ist man zwar immun und braucht keine Impfung mehr, doch kann es in Phasen, in denen man durch Stress oder andere Infektionen geschwächt ist, zu Reaktivierungen kommen. Typische unspezifische Symptome sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen. Die Leberwerte sind erhöht.

 

HEPATITIS C

Eine Ansteckung mit Hepatitis C ist bisher ausschließlich bei direktem Blut-zu-Blut-Kontakt nachgewiesen. Eine häufig auftretende Infektionsquelle ist intravenöser Drogenkonsum, wenn Injektionsnadeln und andere Utensilien von mehreren Personen gemeinsam benutzt werden. Die Ansteckung kann auch erfolgen, wenn kein Blut sichtbar ist! Weitere Infektionswege sind ungeschützter Sexualkontakt (z. B. während der Menstruation oder über Mikrorisse in der Haut), mangelnde Hygiene bei Tätowierungen und Piercing oder das gemeinsame Verwenden von Rasierern, Nagelschere und ähnlichem. Durch Händeschütteln, Umarmen oder das gemeinsame Waschen von Kleidungsstücken besteht keine Ansteckungsgefahr, auch eine Übertragung durch Küssen ist unwahrscheinlich, solange keine offenen Wunden im Mundbereich vorhanden sind.

Vor Hepatitis C kann man sich schützen: Wer direktem Blutkontakt ausgesetzt ist, z. B. bei der Versorgung offener Wunden, sollte Handschuhe verwenden. Die gemeinsame Benutzung von Spritzen und anderen Gegenständen beim intravenösen Drogenkonsum ist ebenso zu vermeiden wie die Benutzung von Rasierer, Nagelschere etc. eines infizierten Patienten. Auch wenn das Ansteckungsrisiko beim Sexualverkehr eher gering ist, sollte man sich durch Kondome schützen.

Eine Hepatitis C-Infektion verläuft in den meisten Fällen symptomarm und macht sich allenfalls mit grippeähnlichen Symptomen, Müdigkeit, Übelkeit, Druck im Oberbauch und Appetitlosigkeit bemerkbar. Die typischen Hepatitis-Symptome wie Dunkelfärbung des Urins oder Hellfärbung des Stuhls bleiben meist aus. Die Krankheit verläuft eher leise und schleichend. Ihre Tücken liegen auf anderem Gebiet: 50 – 80 % der Patienten entwickeln eine chronische Hepatitis C. Sie verläuft oft unbemerkt und ist nicht selten ein Zufallsbefund bei der hausärztlichen Untersuchung. Die chronische Hepatitis C geht mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit und gelegentlichem Druck im Oberbauch einher. Die Leberwerte (Transaminasen) sind erhöht. Gelegentlich kommen sog. „extrahepatische Manifestationen“, also Symptome außerhalb der Leber vor, z. B. Gelenk- und Muskelschmerzen.

ACHTUNG: Im Gegensatz z. B. zur Hepatitis A sind bei Hepatitis C auch nach ausgeheilter Infektion Wiederansteckungen möglich!

 

Diagnose von Leberentzündungen

Für die Diagnose einer Hepatitis gleich welchen Typus ist der Nachweis von Virusantigenen und Antikörpern entscheidend. Außerdem steigen im Blut die Leberwerte (Transaminasen) an.

 Generell gilt: Normale Transaminasen schließen eine Virushepatitis aus!

 Bei der Hepatitis A steigt parallel mit den Transaminasen der Titer* von Anti-HAV-IgM an und fällt danach wieder ab. Der Titer der Gesamt-Immunglobuline gegen das Hepatitis-A-Virus bleibt auch nach überstandener Infektion erhöht und führt zu einer lebenslänglichen Immunität.

 Eine Hepatitis B – Infektion benötigt mehrere Blutuntersuchungen für ihren Nachweis, da das Hepatitis-B-Virus aus mindestens vier Eiweißbausteinen besteht, gegen die der Organismus Antikörper bildet. Mittlerweile kann man auch das Erbgut des Hepatitis-B-Virus (HBV-DNA) im Blut bestimmen.

 Die Diagnose einer Hepatitis C wird gesichert mit dem Nachweis des Antikörpers (Anti-HCV) und – wie bei der Hepatitis B – dem molekularbiologischen Nachweis des Erbgutes vom Hepatitis-C-Virus (HCV-RNA).

 *Menge eines Antikörpers oder Antigens im Blut, die noch eine deutlich positive Reaktion mit dem Reaktionspartner bewirkt

Virushepatitis und ihre Folgen

Eine unkompliziert verlaufende Hepatitis A heilt innerhalb von ein bis drei Monaten folgenlos ab und hinterlässt keine Organschäden. Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Gewebe und erholt sich nach überstandener Infektion meist sehr gut. Ein fulminanter Verlauf der Hepatitis A kommt nur bei weniger als 1 % der Erkrankten vor, vor allem bei älteren Patienten und Drogenabhängigen. Die Überlebensrate der schweren akuten Form ist mit über 60 % relativ gut. Eine Lebertransplantation ist fast nie erforderlich.

Kritischer ist die Situation bei den chronischen Virusinfektionen vom Typ B und C. Sie können eine dauerhafte Schädigung der Leber zur Folge haben. Die chronische Entzündung lässt in der Leber narbiges Bindegewebe entstehen, das zunächst zu einer Fibrose und später zu einer Leberzirrhose führen kann.

Im Stadium der Fibrose lagern sich Kollagenfasern in der Leber an. Die Fibrosierung ist ein Prozess der Bindegewebsvermehrung, der bis zu einem gewissen Stadium jedoch noch rückbildungsfähig ist. Bei der Zirrhose hat sich durch die chronischen Entzündungsprozesse Narbengewebe gebildet, das nicht mehr reversibel ist. Es schädigt die Organstruktur und behindert den Blutfluss. Das gesunde und funktionstüchtige Lebergewebe nimmt ab, ebenso die Verarbeitung von Nährstoffen, Hormonen, Medikamenten und Schadstoffen. Die Entgiftungsleistung der Leber ist herabgesetzt. Dasselbe gilt für den Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel, für die das Organ ebenfalls eine zentrale Rolle spielt.

Die Entwicklung einer Leberzirrhose ist nicht zwangläufig das Endstadium einer chronischen Leberentzündung. Ob es so weit kommt, ist wesentlich davon abhängig, wie ein Hepatitispatient mit sich umgeht (siehe unten). Außerdem dauert die Entwicklung einer Zirrhose meist viele Jahre. Der langsam fortschreitende Degenerationsprozess wird jedoch durch Alkoholkonsum – auch in geringsten Mengen – stark vorangetrieben, so dass strikte Alkoholkarenz für jeden Patienten mit chronischer Hepatitis ein unbedingtes Muss darstellt.

Ein weiteres Risiko der chronischen Hepatitis B und C ist die Entstehung von Leberkrebs. Seine Zunahme zeigt in letzter Zeit eine deutliche Steigerungstendenz. Bei der Hepatitis C entsteht ein Leberkrebs zwar meist erst nach einer Leberzirrhose, bei Hepatitis B kann es auch ohne die Entwicklung einer Zirrhose zum Leberkrebs kommen.

Hepatitis: Schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung der Hepatitis B und C hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Im Zentrum der schulmedizinischen Therapie steht das Interferon-alfa, ein Gewebshormon, das der Körper z. B. bei einer Grippe auch selbst produziert. In der Therapie der Hepatitis wird es mittels Injektion verabreicht. Verbesserte Interferone und der Wirkstoff Ribavirin haben die Ausheilungsrate bei der chronischen Hepatitis C deutlich gesteigert. Etwa jeder zweite Patient kann heute geheilt werden, bei der Hepatitis-C-Infektion mit den Virusgenotypen 2 oder 3 (Untertypen) liegt die Heilungsrate sogar bei 90 %. Die Behandlung erstreckt sich jedoch über eine lange Dauer, die je nach Virustyp zwischen etwa zwanzig bis fünfzig Wochen liegt.

Auch die Ausheilung der chronischen Hepatitis B gelingt heute in weitaus mehr Fällen als früher. Neben der Behandlung mit Interferon-alfa werden zusätzlich sog. Nukleosid- und Nukleotidanaloga eingesetzt. Sie kommen aus der HIV-Forschung, verfügen jedoch auch über die Fähigkeit, die Vermehrung des Hepatitis-B-Virus zu hemmen.

Man darf in diesem Zusammenhang allerdings nicht verschweigen, dass die Interferontherapie neben ihren Therapieerfolgen bei der chronischen Hepatitis B und C auch starke Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Dazu zählen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen und (reversibler) Haarausfall. Die Nebenwirkungen zeigen sich vor allem zu Beginn der Therapie, klingen aber mit dem Absetzen des Medikamentes wieder ab. Eine weitere und äußerst belastende Nebenwirkung sind depressive Verstimmungen bis hin zu starken Depressionen. Auch Blutbildveränderungen kommen vor, z. B. die Abnahme der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten für die Blutgerinnung).

Das Nukleosidanalogon Ribavirin kann Blutarmut, Appetitlosigkeit, Übelkeit, uncharakteristische Darmbeschwerden und Juckreiz hervorrufen. Es besitzt eine fruchtschädigende Wirkung auf den Embryo und ist in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Hepatitispatientinnen müssen bis sechs Monate nach Therapieende unbedingt eine Schwangerschaftsverhütung durchführen!

Das Präparat Lamivudin wird in der Regel gut vertragen. Nur sehr selten treten Nebenwirkungen wie Hautausschläge, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, Durchfall oder Bauchschmerzen auf. Adefovir ist in der üblichen therapeutischen Dosis meistens gut verträglich, doch können gelegentlich Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Bei zu hoher Dosierung kann es bei manchen Patienten zu Nierenfunktionsstörungen kommen, weshalb bei Adefovir-Medikation regelmäßig der Kreatininspiegel kontrolliert werden sollte.

Praktische Tipps bei Hepatitis, auch begleitend zur schulmedizinischen Therapie

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Ernährungsempfehlungen für Hepatitis-Patienten

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Hepatitis: Seelische Ursachen?

Eine einmalig auftretende akute Hepatitis, z. B. vom Typ A, sollte man nicht psychosomatisch überbewerten. Wird man im Urlaubsland durch verunreinigte Nahrungsmittel mit zu hohen Keimzahlen konfrontiert, kann das Immunsystem von der Zahl der eindringenden Erreger überfordert sein und die Infektion nimmt ihren Lauf. Dennoch: Manche Menschen sind für Infektionen anfälliger als andere. Und insbesondere Patienten, die monate- und jahrelang an äußerst therapieresistenten chronischen Hepatitisformen leiden, finden manchmal eine Antwort auf ihre Frage nach dem „Warum?“, wenn sie sich mit Sinn und Bedeutung ihrer Krankheit auseinandersetzen.

Die Leber ist ein Organ, das in jeder Minute Entscheidungen über die Brauchbarkeit und Unbrauchbarkeit von Substanzen treffen muss. Die aus dem Darm über die Pfortader zur Leber geleiteten Nahrungsbestandteile werden ständig auf ihre Nützlichkeit bzw. Schädlichkeit für den Organismus überprüft. Die schädlichen Substanzen bereitet die Leber für die Ausscheidung über Niere und Darm vor, die nützlichen integriert sie in den Blutkreislauf, damit sie von den Körperzellen für deren Stoffwechsel zur Verfügung stehen.

Der psychosomatische Arzt Dr. Ruediger Dahlke sieht in der Hepatitis einen kräftezehrenden Kampf um das rechte Maß. Dem Hepatitispatient ist möglicherweise ein Stück weit das Gefühl dafür verloren gegangen, was für ihn nützlich, bzw. schädlich = giftig ist. Eine bewusste Auseinandersetzung und kritische Überprüfung der unterschiedlichen Lebensthemen kann manchmal weiterhelfen. Wer auf der seelischen Ebene Entscheidungen darüber fällen kann, was ihm zuträglich ist und was nicht, übernimmt im Bereich des Emotionalen dasselbe, was die Leber im Bereich des Körperlichen leistet. Ist die psychische Entscheidungsfähigkeit geschwächt, wird das „Entscheiderorgan“ Leber krank. Es übernimmt gewissermaßen eine Art Indikatorfunktion. Regeneriert sich die psychische Entscheidungsfähigkeit, indem der Patient das eine oder andere in seinem Leben ändert und sich mehr von den Dingen distanziert, die ihm nicht gut tun, erübrigt sich die Indikatorfunktion der erkrankten Leber und das Organ kann wieder gesund werden.

Auf ähnliche Zusammenhänge weist auch der Schweizer Heilpflanzenforscher Roger Kalbermatten hin. Er hat beobachtet, dass Carduus marianus eine Heilpflanze ist, die auf der seelischen Ebene die Abgrenzungsfähigkeit gegenüber Menschen und Erlebnissen, die einem nicht gut tun, stärkt. Menschen, die über längere Zeit ein Mariendistel-Präparat einnehmen, machen nicht selten die Erfahrung, dass sie eine gewisse Ich-Stärkung erfahren und besser Nein sagen können, wo sie sich zuvor öfter gegen ihren eigenen Willen „herumkriegen“ ließen. Die gute Wirkung von Mariendistel bei Lebererkrankungen ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Betroffene sich emotional besser abgrenzen lernt, woraufhin sich auf der körperlichen Ebene das „Abgrenzungsorgan“ Leber erholen kann.

©  Margret Rupprecht

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