Hitzewallungen

Sie kommen plötzlich und unerwartet: Hitzewallungen im Klimakterium. Wie aus heiterem Himmel bricht manchen Frauen im vierten und fünften Jahrzehnt der Schweiß aus – und das oft mehrmals am Tag.

Hitzewallungen sind meist auf die obere Körperhälfte begrenzt. Sie werden vom Wärmezentrum im Gehirn ausgelöst und entstehen durch eine Erweiterung der Blutgefäße mit Erhöhung der Hauttemperatur. Besonders lästig sind nächtliche Schweißausbrüche. Sie können den Schlaf erheblich stören. Manche Frauen schwitzen bei den Anfällen dermaßen stark, dass sie sich anschließend umziehen müssen, weil ihre Unterwäsche ganz nass geworden ist.

Seelische Aspekte von Hitzewallungen

Einem tieferen Verständnis der Symptomatik, die nicht als eigenes Krankheitsbild gesehen wird, nähert man sich über Sprache und Symbolik. Es gibt einen Film von Billy Wilder mit Marilyn Monroe in der Rolle der vor Erotik sprühenden Sugar. Er trägt den bezeichnenden Titel Manche mögen´s heiß. Seit jeher wird Erotik symbolisch mit Hitze in Verbindung gebracht. Davon zeugen nicht nur Begriffe wie heißer Feger oder heiße Liebesnacht. Hitze und Erotik gehören eng zusammen – und Menschen, die sie nicht erlebten, haben essentielle Erfahrungen des Lebendigseins verpasst.

Ein Bewusstsein von diesen Zusammenhängen ist hilfreich, wenn man die tieferen Ursachen der weiblichen Schweißausbrüche am Ende der fruchtbaren Phase verstehen will. Der psychosomatische Arzt Dr. Rüdiger Dahlke weist darauf hin, dass Wechseljahrsbeschwerden immer auch Bilanzsymptome sind, da das Klimakterium wie alle Übergangsphasen eine Zeit nicht nur der Neuorientierung, sondern auch der Abrechnung und des Rechenschaftsablegens ist. Themen, die offen geblieben sind, äußern sich jetzt in Körpersymptomen. Stellvertretend für das Bewusstsein arbeitet der Organismus an ihnen weiter. Hitzewallungen und Schweißausbrüche am Ende jener Lebensphase, in der Sexualität eine zentrale Rolle spielt, zeigen, wie heiß Nichtgelebtes machen kann. Von Hitzewallungen werden in den seltensten Fällen Frauen geplagt, die sich freizügig den Mann – oder auch mehrere – genommen haben, den sie begehrten, während jene Frauen besonders häufig von Hitzewallungen heimgesucht werden, die aus Pflichtgefühl und oftmals aus überkommenen konfessionellen Vorstellungen heraus einem Partner treu waren, mit dem sie die „ehelichen Pflichten“ vollzogen, ohne wirklich „Feuer und Flamme“ zu sein. Die typische Patientin, die mit Hitzewallungen zum Gynäkologen oder zum Heilpraktiker kommt, ist in den Fünfzigern, übergewichtig, Mutter von drei Kindern, nicht (mehr) berufstätig und Trägerin einer Dauerwellenfrisur. Die bevorzugte Farbe ihrer Kleidung ist beige. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Schweißausbrüche und Hitzewallungen gehören zur erotischen Ekstase. Wer sie dort nicht erlebte, bekommt sie Jahre später beim Einkaufen. Was lernt man daraus? Frauen haben ein Recht darauf, sich die Lust an der Sexualität nicht nehmen zu lassen. Ehe hin, Sakrament her – besser frau landet im Höllenfeuer als dass sie schon zu Lebzeiten am falschen Ort und zur falschen Zeit ins Schwitzen gerät!

Die beste Therapie bei Hitzewallungen: Leidenschaft entwickeln!

Wenn Frauen ihre Wechseljahre hinter sich haben, wird vieles nicht mehr möglich sein, was im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt noch möglich gewesen wäre. Wer ein Leben lang, was erotische Ekstase betrifft, nicht satt geworden ist, wird manches nicht mehr nachholen können, zumal die Ehe- und Partnerschaftssituation in dieser Lebensphase durch eingefahrene Gewohnheiten und die körperlichen Veränderungen der Frau eher schwieriger wird. Doch Leidenschaft ist kein Phänomen, das auf Erotik beschränkt bleiben muss. Man kann sie transformieren und auf Ebenen holen, wo sie das Leben zum Besseren verändert. Ein brennendes Herz können Frauen immer entwickeln – nicht nur für Männer, sondern auch für andere Menschen und Themen, die ihnen wichtig sind. Das neunmonatige Ausbleiben der Blutung macht eine junge Frau zur Mutter; das endgültige Ausbleiben macht sie zur Groß(en)mutter. Wann, wenn nicht jetzt können Frauen leidenschaftlich dafür brennen, etwas in der Welt, die sie umgibt, zu verändern? In unserer Gesellschaft liegen genug Dinge im Argen, um mit heißem Herzen angepackt und einer Verbesserung zugeführt zu werden. Es ist allemal sinnvoller und angenehmer, innerlich für ein Thema zu brennen, als äußerlich unter Schweißausbrüchen zu leiden. Und nie ist es zu spät für diesen Transformationsprozess.

Praktische Tipps bei Hitzewallungen

Sie möchten diesen Abschnitt lesen?

Registrieren Sie sich hier als Abonnent und Sie erhalten einen dauerhaften Zugang zu allen praktischen Tipps und Selbstbehandlungsmöglichkeiten von diesem und mehr als 150 weiteren häufigen Krankheits- und Beschwerdebildern sowie naturheilkundlichen Themen auf dieser Selbstmedikationsseite.

Werden Sie zum Preis von nur 4,90 € pro Monat (Mindestbuchung 6 Monate, danach jederzeit kündbar) zum Manager Ihrer eigenen Gesundheit und der Ihrer Familie und unterstützen Sie den weiteren Ausbau dieser Seite mit Ihrem Abonnement. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Wohlbefinden mit Naturheilkunde optimieren und wie viel Sie mit einfachen Maßnahmen selber tun können, um fit und gesund zu bleiben oder es wieder zu werden.

Jetzt abonnieren!

©  Margret Rupprecht

Das könnte Sie auch interessieren

  • Übergewicht

    Von Fettsucht spricht man, wenn das Körpergewicht eines Menschen das Standardgewicht der Größe-Gewichtstabelle um 20 % übersteigt. Dieser Index ist relativ schematisch und gilt nicht für jeden.

     

  • Schlafstörungen in den Wechseljahren

    Frauen leiden deutlich häufiger unter Schlafstörungen als Männer. Die Doppelbelastung von Beruf und Familie setzt sie vielfach unter Stress, so dass sie sich am Abend nicht immer entspannt in den Schlaf fallen lassen können.

     

  • Gynäkologie und Psychosomatik

    Eine rein körperlich orientierte Gynäkologie kann zwar viel „reparieren“, aber ob sie in einem tieferen Sinne „heilen“ kann, wenn sie die Dimension des Psychischen außer acht läßt, ist zu bezweifeln.

     

  • Fasten und Gewichtsreduktion

    Fasten ist eine bewusste Form der Nahrungsverweigerung.

     

  • Ernährung in den Wechseljahren

    Die Frau wird unkonzentrierter, vergesslicher und fühlt sich häufig antriebslos und niedergedrückt.

     

WP-Backgrounds by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann