Mandelentzündung bei Kindern

Solange er nicht weh tut, schenkt man ihm wenig Beachtung: dem Hals. Dabei erfüllt er eine wichtige Funktion, denn er ist Eintrittsort für Nahrung und Atemluft. Alles, was in den Körper eintreten möchte, muss durch seine Pforte. Und so wundert es nicht, dass Halsentzündungen bei Kindern häufig dann auftreten, wenn sie im übertragenen Sinn zu viel schlucken müssen und sich emotional überfordert fühlen.

Eine Entzündung der Gaumenmandeln, auch Tonsillitis oder Angina tonsillaris genannt, kann von Viren oder Bakterien verursacht werden. Unter den Bakterien sind die Streptokokken der Gruppe A die häufigsten Auslöser. Kommt noch ein Hautausschlag hinzu, liegt eine generalisierte Infektion vor. Dann bezeichnet man die Angina als Scharlach. Doch längst nicht jede Mandelentzündung ist der Beginn einer Scharlacherkrankung! Oft handelt es sich nur um eine einfache Immunantwort, wenn der Körper mit Erregern konfrontiert wird, die er noch nicht kennt und gegen die er Abwehrstoffe bilden muss.

 

Symptome einer Mandelentzündung

Eine Mandelentzündung betrifft vor allem Kindergarten- und Schulkinder. Typische Symptome sind zwar Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, doch stehen sie nicht unbedingt im Vordergrund der Beschwerden. Viel belastender sind das oft vorhandene Fieber, sowie Abgeschlagenheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen. Schaut man dem erkrankten Kind in den Hals, sind die Gaumenmandeln hochrot und geschwollen. Wird die Entzündung nicht von Viren, sondern von Bakterien ausgelöst, bilden sich auf den Mandeln kleine gelbe Stippchen, die zu großen eitrigen Belägen zusammenfließen können. Oft sind die Lymphknoten im Kieferwinkel geschwollen.

In früheren Zeiten waren die sogenannten „rheumatischen“ Komplikationen nach einer unbehandelten eitrigen Mandelentzündung sehr gefürchtet. Darunter verstand man das Übergreifen der Entzündung auf Gelenke, Herzklappen oder Nieren etwa vier bis sechs Wochen nach Beginn der Infektion. Diese Komplikationen sind heute selten geworden, vor allem bei Kindern, die vitamin- und mineralstoffreich ernährt werden und eine gute Abwehrkraft besitzen. Trotzdem sollte man darauf achten, dass ein Kind mit Mandelentzündung einige Tage Bettruhe einhält, damit der Körper seine Kraft in die Immunabwehr stecken kann und nicht durch andere Belastungen geschwächt wird. Wenn das Fieber länger als drei Tage dauert, ist ein Besuch beim Kinderarzt erforderlich.

Bei virusbedingten Mandelentzündungen ist eine Antibiotikagabe nicht sinnvoll. Auch mit einer operativen Entfernung der Mandeln kann man warten. Mandeln sind wichtige Reaktionsorgane des Lymph- und Immunsystems, die man dem Kind nach Möglichkeit erhalten sollte. Drei bis vier leichte Mandelentzündungen pro Jahr sind für Kinder noch im Bereich des Zumutbaren. Sie sind Ausdruck eines ganz normalen Immuntrainings und wichtig für den Aufbau einer stabilen Abwehr.

Seelische Ursachen für eine Mandelentzündung

Die Gaumenmandeln lassen sich als Pforte des Halses verstehen, dessen Eingang sie wie zwei Wächter bewachen. Bei der Mandelentzündung wird das Schlucken zu einem schmerzhaften Prozess. Das Einverleiben von Nahrung, die Aufnahme von äußeren Dingen in die eigene Innenwelt macht Mühe. Es entsteht ein aggressiver Kampf am Zugang zur Körperwelt. Das Wort Angina kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Enge, Beklemmung. Es leitet sich vom altgriechischen Wort angchoné ab, das noch drastischer ist: Es heißt übersetzt Erwürgen, Erdrosselung und Strick. Sind die Mandeln hochrot und entzündet, gibt es möglicherweise ein Thema, das dem kranken Kind die Luft abschnürt. Es macht dann im wörtlichen Sinne „dicht“ und will nicht mehr alles schlucken. Eine Mandelentzündung kann, so gesehen, Ausdruck einer seelischen Überforderung sein, gegen die sich die Kleinen manchmal nicht mehr anders wehren können als mit einer Entzündung ihres Körpereingangs. Wenn Kinder sich ihrer Gefühle noch nicht ausreichend bewusst sind und Schwierigkeiten mit verbaler Abgrenzung haben, kann dieses Abgrenzungsbedürfnis von der seelischen Ebene auf die körperliche rutschen: der Körper übernimmt eine Indikatorfunktion für einen seelischen Zustand, der bei Hals- und Mandelentzündungen schlichtweg lautet: Ich mag nicht noch mehr schlucken müssen! Die entzündeten, geschwollenen Mandeln machen das Rachenlumen für Luft und Nahrung sehr eng. Schlucken wird schmerzhaft, und die Kinder fühlen sich schlapp und kraftlos. Dann ist es hilfreich, die konkrete Situation des Kindes genauer zu betrachten und für den zugrunde liegenden Konflikt andere Lösungswege zu suchen.

Praktische Tipps bei Mandelentzündung

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© Margret Rupprecht

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