Raucherhusten

„Die Altäre rauchen nur durch den Weihrauch der Unglücklichen“, sagt ein Sprichwort aus China. Übertragen auf das Tabakrauchen lassen sich durchaus Parallelen beobachten. Menschen, die glücklich und ausgeglichen sind, haben meist kein Bedürfnis, nach einer Zigarette zu greifen – es sei denn, sie rauchen nur ab und zu und dann nicht aus Abhängigkeit, sondern aus Genuss.

Es ist mehr als spannend, die Bedeutungen des Rauches in der Sprach- und Kulturgeschichte zu verfolgen. Unser Wort Rauch ist mit dem Verbum riechen etymologisch verwandt. Erst seit mittelhochdeutscher Zeit bedeutet riechen: einen Geruch wahrnehmen. Es geht also um Wahrnehmung. Die Religionen machten sich dies zunutze: Um ihren Gläubigen das Numinose und Göttliche wahrnehmbar zu machen, entwickelten sie Rauchopfer. So wurde Rauch in der Kulturgeschichte zum Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde, Geist und Materie. Der religiös-rituelle Charakter des Rauchens wird beim Rauchen der Friedenspfeife ebenso deutlich wie beim Schwingen des Weihrauchkessels in der katholischen Messe.

Menschen neigen dazu, nach Halt im Spirituellen zu suchen, wenn sie ihn im Sozialen nicht finden. Die Zigarette ermöglicht ein Ausweichen vor beängstigenden Kontaktsituationen, man nebelt sich und seine Umwelt ein, „raucht sich davon“, lässt Dampf ab oder stinkt gegen etwas an. So entsteht viel Rauch um nichts. Am Anfang einer Raucherbiografie steht nicht selten ein Kommunikationsproblem, am Ende die körperliche und psychische Abhängigkeit vom Nikotin. Der Durchblick geht im Schleier des blauen Dunstes verloren, ebenso die Fähigkeit, andere Genüsse jenseits des Rauchens zu entdecken und eine ausreichende Befriedigung aus ihnen zu ziehen.

Definition und Symptomatik des Raucherhustens

Tabakrauch enthält etwa 4000 chemische Verbindungen, von denen zahlreiche giftig und etwa 50 krebserregend sind. Es ist nur zu verständlich, dass der Körper diese Substanzen so schnell wie möglich wieder loswerden will. Rein mechanisch versucht er es über den Raucherhusten, das „AHA-Syndrom“ (Auswurf, Husten, Atemnot), das sich vor allem morgens bemerkbar macht, wenn die Bronchialschleimhaut die auf ihr klebenden Giftstoffe über Nacht mit Schleim umhüllt hat, der nach dem Aufstehen erst einmal abgehustet werden muss.

Raucherhusten gilt in der Medizin nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern als Symptom der Chronisch obstruktiven Bronchitis, in Fachkreisen als COPD (chronic obstructive pulmonary disease) bezeichnet, zu der auch das Lungenemphysem und die chronische Bronchitis mit asthmatischer Komponente zählen. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von COPD, wenn „Husten und Auswurf an den meisten Tagen während drei Folgemonaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren bestehen.“ In Deutschland leiden mittlerweile ca. 7 % der Bevölkerung an chronisch obstruktiver Bronchitis. Die meisten Patienten sind über vierzig; Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen. 90 % der COPD-Patienten sind oder waren Raucher. Unter den Todesursachen steht die Krankheit mittlerweile auf Platz vier. Soviel zur Statistik. Noch ein Wort zur Differentialdiagnose: Menschen, die unter einer einfachen chronischen Bronchitis leiden, haben praktisch kaum Probleme mit Atemnot. Diese tritt erst auf, wenn der Atemwegswiderstand erhöht ist und die Lunge sich schlechter entfalten kann.

Von der Attraktivität des Gesundseins: Raucherentwöhnung

Der Wink mit dem Zaun- und manchmal auch mit dem Laternenpfahl, dass nämlich langjähriges Rauchen zu Lungenkrebs führen kann, bewegt kaum einen Raucher dazu, mit seinem Zigarettenkonsum aufzuhören. Die Angst vor Strafe, hier konkret eine tödliche Krankheit, „zieht“ weitaus weniger stark als die Attraktivität von Wohlgefühl, Gesundheit und positiven Aspekten einer langen Lebenserwartung. Insofern ist der Hinweis auf Zigarettenschachteln „Rauchen kann tödlich sein“ wenig zugkräftig.

Man kann es auch andersherum versuchen. Schauen Sie einmal, wie dankbar Ihnen Ihr Körper ist und wie nachhaltig er sich erholt, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören:

20 Minuten nach der letzten Zigarette normalisieren sich der durch das Rauchen gesteigerte Blutdruck und die Herzfrequenz
12 Stunden später stehen 10 % der roten Blutkörperchen, die vorher durch Kohlenmonoxid blockiert waren, wieder für die Sauerstoffaufnahme zur Verfügung
1 Tag später sinkt bereits das Risiko für einen plötzlichen Herztod
2 Tage später werden Geruchs- und Geschmackssinn wieder sensibler
7 Tage später ist der körperliche Nikotinentzug geschafft
3 Monate später hat sich die Lungenkapazität um bis zu 30 % erhöht. Der Körper kann wieder mehr Sauerstoff aufnehmen und gewinnt an Leistungsfähigkeit.
9 Monate später sind die feinen Härchen in der Lunge weitgehend nachgewachsen. Raucherhusten und Kurzatmigkeit gehen zurück.
12 Monate später sinkt das Risiko einer von Angina pectoris und Herzinfarkt um 50 %.
5 Jahre später hat sich das Risiko für Schlaganfall, Lungenkrebs und Krebserkrankungen der Mundschleimhaut deutlich reduziert
10 Jahre später hat sich die Lunge fast vollständig erholt. Zellen, die sich bereits in einem Krebsvorstadium befanden, wurden durch gesunde ersetzt.
15 Jahre später ist das Herzinfarktrisiko kaum höher als bei einem Nichtraucher

Das sind Aussichten, für die sich das Aufhören lohnt! Gesund zu sein ist ein großer, aber nicht selbstverständlicher Luxus. Es erfordert natürlich ein wenig Engagement und Initiative.

Die Erholung des Lungengewebes, aber auch das seelische Durchhaltevermögen während der Zeit des Entzugs lassen sich mit entsprechenden Naturheilmitteln gut unterstützen:

Praktische Tipps bei Raucherhusten

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© Margret Rupprecht

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