Bronchitis

An einer Bronchitis lässt sich plastisch nachvollziehen, dass sich manche Krankheitssymptome bei näherer Betrachtung als Prozesse herausstellen, hinter denen durchaus Sinn verborgen ist. So ist Husten – als typisches Symptom einer Entzündung der unteren Atemwege – kein Reflex, den man bekämpfen sollte. Sinnvoller ist es, ihn zu unterstützen: Wenn die Atemwegsschleimhäute von Viren oder Bakterien befallen sind, versucht der Körper durch den Hustenreflex die Schleimhäute zu reinigen. Die Schleimbildung ist der erste Schritt, um Erreger von der Oberfläche der Atemwege abzustoßen. Als zweiter Schritt erfolgt durch Aushusten dieses erregerbelasteten Schleimes der „Herauswurf“. Je weniger man diese Mechanismen als lästiges Übel betrachtet, sondern mit-sinnig arbeitet, indem man sie fördert, desto besser unterstützt man seinen Körper bei der raschen Überwindung des Infekts.

Bronchitis – Eine Entzündung der unteren Atemwege

Die akute Bronchitis ist eine Schleimhautentzündung der unteren Atemwege, die häufig als Ausdruck einer Erkältungskrankheit in Verbindung mit Schnupfen, Nebenhöhlen-, Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung auftritt. Bei der akuten Form beträgt die Krankheitsdauer in der Regel wenige Tage bis maximal vier Wochen. In neun von zehn Fällen wird die Erkrankung durch Viren hervorgerufen. Eine bakterielle Bronchitis entsteht meistens als Superinfektion nach vorausgegangenem Virusinfekt. Das lateinische Wort super (über, darauf) weist darauf hin, dass sich die bakterielle Entzündung auf die virusbedingte regelrecht „aufsetzt“. Der anfangs weißlich-glasige Schleim wird dann gelb-grün und klumpig.

Von einer chronischen Bronchitis spricht man, wenn ein Patient mindestens drei Monate im Jahr und über zwei aufeinander folgende Jahre unter Husten und schleimigem Auswurf leidet. Bei der chronisch-obstruktiven („verstopften“) Bronchitis kommt es durch die dauerhafte Entzündung der Bronchialschleimhäute zu einer messbaren Verengung der Atemwege.

Während die akute Bronchitis – im englischen Sprachraum auch common cold, d. h. „gemeine“ Erkältung genannt – fast jeden Menschen mehrmals im Leben befällt, finden sich chronifizierte Formen bei jedem fünften bis zehnten Erwachsenen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Neun von zehn Patienten mit chronischer Bronchitis sind Raucher oder Exraucher.

Bronchitis: Symptome

Eine Entzündung der unteren Atemwege geht in der Regel mit den klassischen Erkältungssymptomen einher. Typisches Frühsymptom ist ein brennendes Trockenheits- und Wundheitsgefühl im Schleimhautbereich hinter dem Brustbein. Daneben finden sich oft Gliederschmerzen, Schnupfen, Augenbrennen, Heiserkeit und Husten. Auch Fieber kommt häufig vor, besonders bei Kindern. Manchmal beginnt die Erkältung mit einem Schnupfen, der dann „nach unten rutscht“, vor allem, wenn man sich nicht die Zeit genommen hat, den Infekt auszukurieren, als er sich noch im oberen Bereich der Atemwege befand. Durch Schluckakt und Einatmung werden die Erreger abwärts transportiert. Ist man abwehrgeschwächt, entzündet sich auch die Schleimhaut der unteren Atemwege, und eine Bronchitis entsteht.

Anfangs kommt es zu trockenem Reizhusten. Später bildet sich ein weißlich-glasiger Schleim, der bei bakterieller Superinfektion zunehmend eine gelblich-grüne Farbe annimmt. Blut im Schleim ist selten. Ein blutig durchsetzter Schleim ist immer ein Alarmsignal. Er weist auf eine schwere Verlaufsform und eine mögliche Mitbeteiligung der Lunge hin und muss in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Bronchitis: Diagnose und Erregernachweis

Bei einer unkomplizierten Bronchitis ist eine Erregerbestimmung in der Regel nicht notwendig, zumal der direkte Virusnachweis aus Schleim, Rachenspülwasser oder Blut selten gelingt. Eine akute Bronchitis führt bei einer ansonsten gesunden Lunge nicht zu Folgeschäden.

Entwickelt sich während einer Bronchitis hohes und länger anhaltendes Fieber, kann dies ein Hinweis auf Lungenentzündung sein. Dann muss in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden. Die „normale“ akute Virusbronchitis heilt fast immer unkompliziert ab, selbst wenn es zu einer bakteriellen Superinfektion gekommen ist.

Gegen Virusinfekte des Bronchialtraktes gibt es nur wenig wirksame Chemotherapeutika. Hausärzte verschreiben oft Antibiotika, um die bakterielle Superinfektion zu verhindern oder abzumildern. Bei schweren Verläufen, alten, geschwächten oder immunschwachen Menschen mag die Antibiotikagabe im Einzelfall notwendig sein. Bei ansonsten gesunden Patienten sind alternativmedizinische Maßnahmen, die systemisch und lokal abwehrsteigernd wirken, meist ebenso wirksam.

Bronchitis: Risiken für eine Erkrankung

Wer in Gebieten mit stark schadstoffbelasteter Luft zuhause ist, lebt in einer Umgebung, die für seine Bronchialschleimhäute einen ständigen Stress bedeutet. Das permanente Einatmen verschmutzter oder toxisch belasteter Luft führt zu einer dauerhaften Schwächung der Schleimhautabwehr und macht für Bronchialerkrankungen anfällig. Risikofaktor Nummer 1 aber ist und bleibt das Rauchen. Nikotin und Tabakpartikel stellen für die Bronchialschleimhäute eine Dauerschädigung dar, die ihre Abwehr herabsetzt, so dass Viren und Bakterien leichter angreifen können.

Auch Herzkranke und Menschen mit Lungenleiden (Asthma, Emphysem, Bronchiektasien) sind anfälliger für Bronchitis. Bei Kindern sind zwei bis vier Bronchitiserkrankungen pro Jahr normal und können als Immuntraining für ihr noch nicht ausgereiftes Abwehrsystem verstanden werden. In diesem Alter ist es ganz besonders wichtig, den Abwehrprozess nicht durch Antibiotika zu unterdrücken, sondern dem Körper „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben. Nur dann kann der kindliche Organismus die notwendigen Abwehrstoffe bilden, um vor zukünftigen Bronchitiden besser geschützt und im Erwachsenenleben nicht ständig infektanfällig zu sein. Bei Kindern sollte man ganz besonders darauf achten, dass die akute Bronchitis vollständig ausgeheilt wird und nicht in ein chronisches Stadium übergeht.

Bei ihnen wird manchmal auch übersehen, dass chronisches Husten durch versehentlich in die Luftwege geratene Fremdkörper ausgelöst werden kann, z. B. kleine Nussstücke. Bei Verdacht sollte so rasch wie möglich ein Kinderarzt oder Lungenfacharzt aufgesucht werden. Eine andere und oft übersehene Ursache für den Dauerhusten von Kleinkindern sind Feuchtstellen in der Wohnung, an denen sich Schimmel gebildet hat. In diesen Fällen ist Husten Ausdruck einer Atemwegsallergie.

Wenn Kinder aufgrund einer vergrößerten Rachendachmandel („Polypen“) ständig durch den Mund atmen, wird die Einatemluft nicht ausreichend angewärmt, befeuchtet und gereinigt, da dies am besten beim Einatmen durch die Nase gelingt. Das kann die Entstehung von Bronchitiden begünstigen.

Bei diesen Kindern sollte eine intensive alternativmedizinische Behandlung des Lymphsystems durchgeführt werden, damit ihre Polypen sich verkleinern und nicht weiter wachsen. Reicht das nicht aus, müssen sie manchmal operativ entfernt werden, damit das Kind wieder durch die Nase atmen kann und seine Einatemluft ausreichend anwärmt und befeuchtet wird, bevor sie in die Bronchien hinabfließt.

Bronchitis: Praktische Tipps zur Selbstbehandlung

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Achtung!

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man auf die Anwendung ätherischer Öle verzichten. Haut und Schleimhäute sind bei ihnen noch zu zart für die von den Essenzen ausgelösten Reize.

 

Licht und Wärme

Wer eine kräftige Infrarotlampe zuhause hat, kann sich die Brustregion mehrmals täglich davon bestrahlen lassen. Infrarotlicht durchwärmt das Gebiet und fördert die Bildung von Immunstoffen.

Wer wenig Zeit und Energie für Wickel & Co. besitzt, tut seinen Bronchien auch mit der klassischen alten Wärmflasche etwas Gutes: Warmes bis heißes Wasser einfüllen und mit einem breiten Schal über Nacht auf der Brust fixieren. Unterstützt die Schleimproduktion und das morgendliche Abhusten.

Bronchitis: Wann zum Arzt?

  • Wenn sich die Bronchitis nach drei bis vier Tagen nicht zu bessern beginnt.
  • Wenn Sie Fieber über 39 ° C haben.
  • Wenn das Fieber nach zwei Tagen nicht abklingt.
  • Wenn der Husten nach zwei Wochen nicht merklich besser wird.
  • Wenn Sie Blut im Schleim beobachten oder Blut husten.
  • Wenn Atembeschwerden auftreten.
  • Wenn Säuglinge während einer Bronchitis nicht ausreichend trinken.
  • Wenn Säuglinge und Kleinkinder deutlich unter Atemnot leiden oder sich ihre Haut bläulich verfärbt.
  • Wenn bronchitiskranke Kinder blassgraue Haut bekommen und sehr in sich gekehrt wirken.
  • Wenn beim Kind eine Bronchitis nach der anderen folgt und die symptomfreien Intervalle sehr kurz sind.
  • Alte Menschen oder Personen, die Immunsuppressiva nehmen oder an einer geschwächten Abwehr leiden, sollten eine Bronchitis grundsätzlich nicht selbst behandeln, sondern sich immer mit einem Arzt absprechen.
  • Wenn Sie als Erwachsener häufiger als einmal jährlich an einer Bronchitis erkranken.

Ernährung bei Bronchitis

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Bronchitis: Seelische Ursachen?

Die Atemwege gehören ebenso wie der Verdauungskanal zur inneren Oberfläche des Menschen. Sie haben viel mit den Themen Kontakt und Abgrenzung zu tun. Bezeichnenderweise erkranken Kinder vor allem in den Jahren besonders oft an Bronchitis, in denen sie lernen, zwischen Ich und Du zu unterscheiden. Eine Entzündung der Atemwege kann Ausdruck eines Konfliktes um die Abgrenzung zwischen dem Selbst und der Außenwelt sein. Man möchte sich „äußern“, kann es aber nicht oder traut sich nicht. Stattdessen „hustet“ man dem Anderen was und „äußert“ sich in Form von Auswurf, sprich: Schleim. Die Verengung der Atemwege durch eine entzündliche Schleimhauterkrankung mit der entsprechenden Behinderung des Aus- und Einatemstromes muss nicht, kann aber ein Symbol sein für eingeengte Kommunikationsbahnen im zwischenmenschlichen Bereich.

Bei Menschen, die zu wiederkehrenden Bronchitiden neigen, kann eine bewusst und offensiv geführte Auseinandersetzung die Indikatorfunktion der Erkrankung ein Stück weit erübrigen. Wer sich auf der Beziehungsebene und mit Worten traut, einem Gegenüber mal „etwas zu husten“, braucht dies nicht mehr mit seiner Bronchialschleimhaut zu tun. Eine Steigerung der eigenen Konfliktbereitschaft ist hier immer ein Schritt in die richtige Richtung.

 

© Margret Rupprecht

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