Frühjahrsmüdigkeit

Unter Frühjahrsmüdigkeit versteht man einen Komplex von Befindlichkeitsstörungen wie Abgespanntheit und Leistungstiefs, die gegen Ende des Winters auftreten können.

Nicht nur in früheren Zeiten, auch heute ist Frühjahrsmüdigkeit zu einem großen Teil ernährungsbedingt. In den vergangenen Jahrhunderten gab es im Winterhalbjahr wenig frisches Obst und Gemüse. Man ernährte sich vorwiegend von getrockneten, gepökelten oder anderweitig konservierten Lebensmitteln. So sank vor allem der Vitamin-C-Spiegel bis zum Frühjahr konstant ab, was zu verschiedenen Symptomen führte: Weil Vitamin C die Entgiftungsleistung der Leber, die Förderung der Eisenresorption aus der Nahrung, die Abwehrkraft und auch die Bildung von Überträgersubstanzen im Nervensystem fördert, kommt es bei einem Mangel zu erhöhter Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Bindegewebsverschlackung, Eisenmangelanämie und nervösen Störungen. Ein Vitamin-C-Mangel kann sich auch in rauer Haut, Haarausfall, verzögerter Heilung von Hautverletzungen, depressiven Verstimmungen, körperlicher Schwäche und Abgespanntheit zeigen.

Trotz der heute guten Versorgungslage mit frischem Obst und Gemüse ist der Symptomenkomplex Frühjahrsmüdigkeit nicht verschwunden. Wegen der Kälte neigt man im Winter verstärkt dazu, sich mit sehr kalorienreichen Lebensmitteln zu versorgen: Der Verbrauch an Süßigkeiten, z. B. um die Weihnachtszeit, ferner an Fleisch und Fett ist deutlich höher als im Sommer. Statt Salat bevorzugt man eine warme Suppe. Erhitzte Nahrungsmittel enthalten jedoch viel weniger Vitamine als Rohkost. Der inzwischen ganzjährige Verzehr von Fast Food und vitalstoffarmen, denaturierten Nahrungsmitteln kommt erschwerend hinzu. So ist der latente Vitaminmangel auch heute noch ein Problem.

Frühjahrsmüdigkeit: Seelische Gründe?

Das Frühjahr steht symbolisch für eine Zeit des Aufbruchs. Berühmte Schlager wie „Veronika, der Lenz ist da…“ mit ihrer vielsagenden Zeile „Veronika, der Spargel wächst!“ sind bekannte Beispiele dafür. Im Frühjahr macht sich die Natur für eine weitere Periode des Wachsens und Reifens bereit. Das „Stirb und werde!“ im Jahreskreis vollzieht sich auf´s Neue. Nachdem in Herbst und Winter die Blätter vertrocknet, abgefallen und verrottet sind, dienen sie im Frühjahr als Dünger für neues Leben.

Wer sich in jedem Jahr am Ende des Winters kraftlos und abgespannt fühlt, gehört vielleicht zu den Menschen, die sich etwas schwerer damit tun, Veränderungen und Wechsel im eigenen Leben zu begrüßen. Knospen, die ihre Hülle sprengen, „ausschlagende“ Bäume oder ein Salat, der „schießt“, stehen für die lebendige Aggressivität und Offensivität der Natur und verkörpern Aspekte des Lebens, die den frühjahrsmüden Menschen überfordern können. Möglicherweise hat er sich im Winter auch zu wenig Ruhe gegönnt und zu wenig Kraft getankt. Dann fühlt er sich dem Aufbruch zu neuen Ufern nicht gewachsen. Nicht nur Bären brauchen einen Winterschlaf. Auch das Säugetier Mensch sollte es in der kalten Jahreszeit deutlich langsamer angehen lassen und die langen Nächte nutzen, um wieder einmal mehr zu schlafen und zu regenerieren. Idealerweise nutzt man den Winter stärker für Ruhe und Rückzug, während der Sommer die Phase für mehr Aktivität ist. Das moderne Berufsleben mit seinen getakteten Terminen und Arbeitstagen erschwert es uns heute in hohem Maße, mit dem Rhythmus der Jahreszeiten mitzuschwingen. Doch viel ist schon gewonnen, wenn man im Privaten und bei der Freizeitgestaltung darauf Rücksicht nimmt, dass der Körper im Winter mehr Ruhe braucht. Wer die Polarität und Wechselhaftigkeit in der Natur und im eigenen Leben als einen natürlichen Rhythmus versteht und annimmt, also mit den Jahreszeiten mitschwingen lernt, wird am Ende des Winters nicht ausgelaugt sein, sondern kann energiegeladen ins Frühjahr starten.

Praktische Tipps bei Frühjahrsmüdigkeit

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©  Margret Rupprecht

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