Hopfen – Humulus lupulus

Eine Heilpflanze, die beruhigt und den Schlaf fördert

„Hopfen und Malz, Gott erhalt´s“, sagt ein bayerisches Sprichwort – und es ist nicht das einzige, das sich um den Hopfen dreht: „Gott gibt den Verstand, der Hopfen nimmt ihn“. Denn auch für das Volksgetränk Bier gilt, dass die Dosis über die Wirkung entscheidet. Trinkt man zu viel davon, sind bald „Hopfen und Malz verloren“.

Die große Wertschätzung, die dem Hopfen entgegengebracht wird, resultiert nicht allein aus seiner Verwendung beim Bierbrauen. Schon früh hat man beobachtet, dass diese Pflanze eine erstaunliche Bandbreite an Wirkungen besitzt: Ihre Gerb- und Bitterstoffe regen den Appetit an. Hopfen wirkt ausgleichend bei nervöser Erregung, Einschlafstörungen und depressiven Verstimmungen. In Maßen genossen, besitzt Hopfen wegen seines Gehalts an Phytoöstrogenen eine anregende Wirkung auf den weiblichen Periodenzyklus. Bei Männern wirkt er dagegen als Anaphrodisiakum, was die Ursache dafür ist, dass gehopftes Bier in früheren Jahrhunderten vor allem von Mönchen gebraut wurde. Dass die Pflanze den männlichen Geschlechtstrieb dämpft, wird den geistlichen Herren das Leben wohl etwas leichter gemacht haben.

Über die Herkunft des Pflanzennamens gibt es mehrere Vermutungen: Er leitet sich entweder vom angelsächsischen „hoppan – hinüberhüpfen“ ab oder ist wegen des schopfartigen Blütenstandes mit dem altdeutschen „hop“ – Schopf verwandt. Die baumhoch wachsende Rankpflanze ist weltweit verbreitet und liebt als Standorte vor allem Flussufer und feuchte Gebüsche.

Hopfen ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt, es gibt eigentlich zwei verschiedene Hopfenpflanzen: eine weibliche und ein männliche. Zum Bierbrauen und für die Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln werden ausschließlich die weiblichen Pflanzen verwendet. Ihre Fruchtstände, die charakteristischen Hopfenzapfen, sind gelblich-grünlich, eiförmig und aus dachziegelartig angeordneten Schuppen gebildet. Ihre Innenseite enthält kleine Drüsen, in denen sich die kostbaren Inhaltsstoffe der Pflanze befinden: ein bitter schmeckendes Harz und die süßlich duftenden ätherischen Öle. Der Duft von Hopfenzapfen ist ein unvergleichlicher Stimmungsaufheller. Auch rein optisch sind die Fruchtstände ein Genuss. Sie sind weiblich in jeder Hinsicht: eiförmig rund, prall, Fülle verheißend und unglaublich sinnlich. Hopfen nährt Augen, Gemüt und Psyche. So wie die vielen kleinen Drüsenschuppen eine Ei-Form bilden, vermittelt der Hopfen in der kulinarischen und arzneilichen Anwendung ein Lebensgefühl von symbiotischer Verschmelzung, Fülle, Lebenskraft und Zuwendung. Erinnerungen an das frühe Einssein mit der Mutter werden wach.

Praktische Einsatzmöglichkeiten für arzneiliche Hopfenzubereitungen

Sie möchten diesen Abschnitt lesen?

Registrieren Sie sich hier als Abonnent und Sie erhalten einen dauerhaften Zugang zu allen praktischen Tipps und Selbstbehandlungsmöglichkeiten von diesem und mehr als 150 weiteren häufigen Krankheits- und Beschwerdebildern sowie naturheilkundlichen Themen auf dieser Selbstmedikationsseite.

Werden Sie zum Preis von nur 4,90 € pro Monat (Mindestbuchung 6 Monate, danach jederzeit kündbar) zum Manager Ihrer eigenen Gesundheit und der Ihrer Familie und unterstützen Sie den weiteren Ausbau dieser Seite mit Ihrem Abonnement. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Wohlbefinden mit Naturheilkunde optimieren und wie viel Sie mit einfachen Maßnahmen selber tun können, um fit und gesund zu bleiben oder es wieder zu werden.

Jetzt abonnieren!

© Margret Rupprecht

Das könnte Sie auch interessieren

  • Schlafstörungen

    In Deutschland werden jährlich für mehr als 700 Millionen Euro Schlafmittel verkauft, die Hälfte davon ist rezeptfrei erhältlich.

     

  • Schlafstörungen in den Wechseljahren

    Frauen leiden deutlich häufiger unter Schlafstörungen als Männer. Die Doppelbelastung von Beruf und Familie setzt sie vielfach unter Stress, so dass sie sich am Abend nicht immer entspannt in den Schlaf fallen lassen können.

     

  • Prüfungsangst

    Es ist ein weit verbreitetes Leiden und trifft besonders häufig Kinder und Jugendliche: Prüfungsangst. Psychologen führen das Phänomen auf traumatische Schlüsselerlebnisse, zu hohe Erwartungen von Eltern und Lehrern, individuelle schulische Überforderung und mangelnde psychische Belastbarkeit zurück.

     

  • Erschöpfungsdepression

    Depressionen treten oft episodisch auf. Typisch sind eine gedrückte Stimmung, Freud- und Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit sowie eine Verminderung von Aktivität, Konzentrationsfähigkeit und Appetit.

     

WP-Backgrounds by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann