Blasenentzündung

Neben den Atemwegskatarrhen gehört die Blasenentzündung (Zystitis) zu den häufigsten Schleimhautinfekten. Dabei handelt es sich um ein Entzündungsgeschehen, das sich im Bereich der unteren Harnwege abspielt. Dazu zählen die Harnröhre und die Harnblase. Steigt die Infektion den Harnleiter (Verbindung zwischen Nieren und Blase) hinauf, kann sie das Nierenbecken erreichen und eine Nierenbeckenentzündung auslösen.

Blasenentzündungen sind vor allem für Frauen ein Thema. Während die Harnröhre beim Mann eine Länge von etwa 20 – 25 cm besitzt, ist diejenige der Frau relativ kurz. Mit 2,5 – 5 cm ermöglicht sie es den aufsteigenden Bakterien, sehr schnell in die Blase zu gelangen und dort eine Entzündung auszulösen. Jede zweite Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens einmal oder mehrmals an einer Blasenentzündung. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Krankheit lässt sich in den meisten Fällen sehr gut behandeln – gerade auch mit Mitteln und Maßnahmen der Naturmedizin.

 

Woran merke ich, dass ich eine Blasenentzündung habe?

Es gibt vier klassische Kriterien, die ein ziemlich sicherer Hinweis auf eine Entzündung der Blasen- bzw. Harnröhrenschleimhaut sind:

  • Das Wasserlassen wird von Schmerzen und Brennen begleitet.
  • Der Harnstrahl ist nicht so kräftig wie gewohnt. Die Entleerung der Blase fällt schwer.
  • Man hat ständigen Harndrang, kann aber keinen oder nur geringe Mengen Harn entleeren.
  • Im Bereich über dem Schambein kommt es zu Schmerzen oder Krämpfen.

Bei gutem Allgemeinbefinden hat der Patient in der Regel kein Fieber. Der Urin riecht unangenehm, trübt sich und kann gelegentlich braun sein oder Blutbeimengungen enthalten. Manche Patienten zeigen eine leichte Inkontinenz und verlieren einige Harntröpfchen beim Lachen, Niesen oder Husten.

Im Gegensatz zur akuten Form kann die chronische Blasenentzündung relativ symptomarm verlaufen. Manchmal macht sie sich nur dadurch bemerkbar, dass der Patient an Tagen, an denen er zu wenig getrunken oder stark geschwitzt hat, ein leichtes Stechen im Blasenbereich spürt.

Eine Blasenentzündung lässt sich von einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) relativ zuverlässig abgrenzen: Im Gegensatz zur akuten Blasenentzündung wird die akute Nierenbeckenentzündung von Fieber, schlechtem Allgemeinbefinden und Nierenschmerzen bei Druck oder Erschütterung begleitet. Das lässt sich folgendermaßen testen: Wenn man sich sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite etwas unterhalb der unteren Rippe eine Hand auf den Rücken legt und mit der zur Faust geballten anderen Hand mehr oder weniger kräftig auf die flache Hand schlägt, wird der Schlag beim Vorliegen einer Nierenbeckenentzündung einen Schmerz auslösen. Auch wenn man sich mit beiden Füßen auf die Zehenspitzen stellt und sich dann plötzlich auf die Fersen fallen lässt, wird die dadurch ausgelöste Erschütterung einen Schmerz im Nierenbereich auslösen. Aber Vorsicht: Eine chronische Nierenbeckenentzündung kann relativ symptomarm ablaufen und sich manchmal nur mit Müdigkeit, Kopfschmerzen und dumpfen Rückenschmerzen bemerkbar machen!

Wenn man auch nur den leisesten Verdacht hegt, dass die Erreger der Blasenentzündung in die Nieren hoch gewandert sein könnten, ist ein Arztbesuch unbedingt erforderlich, um Langzeitschäden an der Niere zu verhindern!

Teststreifen und Laborbefunde ermöglichen eine sichere Diagnose

Die Sicherung der Verdachtsdiagnose „Blasenentzündung“ geschieht durch eine labordiagnostische Blut- und Harnanalyse beim Arzt oder mittels der in jeder Apotheke erhältlichen Teststreifen, mit denen man den Urin auf die Anwesenheit von Bakterien, weißen und roten Blutkörperchen (Leukozyten und Erythrozyten) untersuchen kann.

Untersucht wird der sog. „Mittelstrahlurin“ am Morgen nach dem Aufstehen (die Blase sollte drei bis vier Stunden gefüllt gewesen sein): Man lässt erst eine kleine Menge Harn abfließen, um die Harnröhre durchzuspülen. Der dann folgende Harn („Mittelstrahl“) wird in einem sterilen Behälter aufgefangen, anschließend wird der Restharn entleert und der aufgefangene Mittelstrahlurin mittels Teststreifen untersucht. Auf diese Weise sind Verfälschungen des Testergebnisses weitgehend ausgeschlossen.

Sind eines oder sogar alle drei der entsprechenden Testfelder positiv, kann mit Sicherheit von einer Blasenentzündung ausgegangen werden. Es ist unbedingt empfehlenswert, den Urin nicht nur während der akuten Phase, sondern auch noch dann zu untersuchen, wenn die subjektiven Beschwerden abgeklungen sind. Nur so lässt sich einwandfrei feststellen, dass die akute Erkrankung nicht in eine chronische Form übergegangen ist. Eine Blasenentzündung ist erst dann wirklich ausgeheilt, wenn die Felder auf dem Urinteststreifen mehrmals hintereinander ein negatives Ergebnis anzeigen.

Bei komplizierten und immer wiederkehrenden Harnwegsentzündungen ist eine Ultraschalluntersuchung beim Arzt erforderlich, mit der man Lage und Umrisse von Nieren und Harnwegen darstellen und eventuell vorliegende mechanische Behinderungen des Harnabflusses abklären kann. Auch ein Blasenröntgen (Zystogramm) mit einem wasserlöslichen Kontrastmittel kann Funktionsstörungen und Abflussbehinderungen sichtbar machen. Bei Verdacht auf Harnblasentumoren ermöglicht eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) die notwendige diagnostische Abklärung.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

Manche Menschen sind für Harnwegsinfektionen anfälliger als andere. Wer die Ursachen kennt, die eine Blasenentzündung begünstigen, kann oftmals eine Menge tun, um der Krankheit vorzubeugen. Es gibt einige Risikofaktoren, die das Aufsteigen von Keimen in die Harnröhre begünstigen. Darunter steht eine unzureichende Hygiene an erster Stelle.

Die Harnblase hat ein Füllungsvolumen von etwa 0,4 Litern. Durch Dehnung der Blasenwand wird der Harndrang ausgelöst und der Urin nach außen entleert. Das ist für die Harnröhre ein natürlicher Reinigungsmechanismus, bei dem die von außen bereits aufgestiegenen Bakterien immer wieder mit ausgespült werden. In 95 % der Fälle handelt es sich bei unteren Harnwegsentzündungen um eine Infektion mit Darmbakterien, vor allem mit dem Keim Escherichia coli. Da Harnröhre und Darmausgang nahe beisammen liegen, haben Darmkeime nur einen kurzen Weg zurückzulegen, bis sie in die Harnwege eindringen können. Eine tägliche sorgfältige Reinigung des Genitalbereichs ist daher oberstes Gebot.

Weitere begünstigende Faktoren für das Entstehen von Harnwegsinfekten sind:

  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft ist die Immunabwehr häufig leicht herabgesetzt. Schleimhäute sind daher etwas infektanfälliger als sonst.
  • Ein Estriolmangel während und nach den Wechseljahren macht die Schleimhäute von Scheide und Harnwegen ebenfalls anfälliger für Infektionen
  • Die Prostatavergrößerung bei Männern in der zweiten Lebenshälfte verhindert, dass die Blase sich vollständig entleeren kann. Der oft nach dem Wasserlassen noch in der Blase verbleibende sog . Restharn kann sich zu einem idealen Nährboden für Bakterien entwickeln und Ursache einer chronischen Blasenentzündung des Mannes werden.
  • Mechanische Behinderungen können den regulären Harnabfluss behindern und ebenfalls zur Restharnbildung führen. Dazu zählen Harnsteine, Harnröhrenverengungen, gut- und bösartige Tumoren oder der Rückfluss von Harn in den Harnleiter.
  • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und Gicht verändern die chemische Zusammensetzung des Harns und können darüber den Bakterien einen idealen Nährboden bereiten.
  • Operative Eingriffe an den Harnwegen, z. B. das Legen eines Katheters, können das Hochwandern der Keime begünstigen.
  • Eine generalisierte Abwehrschwäche macht nicht nur für Atem-, sondern auch für Harnwegsinfekte anfällig. Diese Abwehrschwäche findet sich häufig bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen, chronisch Kranken sowie Menschen, die fehlernährt sind oder regelmäßig Medikamente (z. B. Cortison) nehmen müssen.
  • Intensiver Geschlechtsverkehr, Sex mit häufig wechselnden Sexualpartnern und manche Sexualpraktiken (ungeschützter Analverkehr) können die Entstehung einer Blasenentzündung fördern. Daher leitet sich auch der Begriff „Brautkrankheit“ oder „Flitterwochenkrankheit“ (Honeymoon-Zystitis) ab, wenn eine Frau, wie es früher oft der Fall war, in der Hochzeitsnacht im Genitalbereich erstmalig mit den Keimes ihres Mannes in Kontakt kam und so abwehrschwach war, dass sie sich von ihnen „überwältigen“ ließ. Bei der Honeymoon-Zystitis spielen auch psychosomatische Aspekte eine Rolle.
  • Bei Frauen können Erkrankungen von Eierstöcken und Gebärmutter die Ursache von wiederkehrenden Blasenentzündungen sein.
  • Wenn Menschen an den typischen Blasenbeschwerden wie z. B. häufigem Harndrang leiden, sich im Urin jedoch keine Erreger finden, spricht man von einer „Reizblase“. Sie trifft vor allem Frauen mittleren Alters. Oft liegen seelische Ursachen zugrunde oder eine Projektion von Schmerzen aus dem Bauch- und Beckenraum in die Blasenregion.
  • Blasenentleerungsstörungen können auch im Rahmen von neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose und Querschnittslähmung auftreten.

Unterkühlung und eine chronisch zu geringe Trinkmenge können das Auftreten einer Blasenentzündung fördern. Das Sitzen auf einer kalten Unterlage reduziert die Durchblutung der Harnröhren- und Blasenschleimhaut. Dadurch werden nur wenige Abwehrzellen in das Gebiet gebracht, so dass die Erreger sich ungehindert vermehren können und nicht schon im Vorfeld der Infektion bekämpft werden. Menschen, die zu wenig trinken, durchspülen ihre Harnwege nicht in ausreichendem Maße. Dann breiten sich die Erreger aus, weil sie nicht häufig genug herausgespült werden.

Was Sie selbst vorbeugend tun können

Manche prädisponierende Faktoren für das Entstehen einer Blasenentzündung kann nur der Arzt beseitigen. Das gilt vor allem für mechanische Harnabflussbehinderungen und Stoffwechselkrankheiten. Daneben gibt es jedoch einige Verhaltensregeln, deren Anwendung das Auftreten von Harnwegsinfekten deutlich reduzieren kann, z. B.

  • Tägliches Waschen des Genitalbereiches, täglich frische Unterwäsche und eine sorgfältige Säuberung nach dem Stuhlgang. Eine Wischrichtung von vorne nach hinten reduziert das Verschleppen von Keimen in den Harnröhrenbereich. Wasser und Seife sind die beste Prophylaxe. Von chemischen Reinigungsmitteln und Intimsprays ist abzuraten, da sie den pH-Wert verändern und damit die Schleimhautabwehr reduzieren.
  • Die Benutzung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr schützt Mann und Frau gleichermaßen vor einem Harnwegsinfekt. Wasserlassen direkt nach dem Sex spült die Bakterien, die bereits in die Harnröhre eingedrungen sind, wieder nach außen und verhindert ein Aufsteigen in die Blase.
  • Reichliches Trinken von Neutralflüssigkeit, am besten Wasser (mindestens 1,5 – 2 Liter/Tag), fördert die Durchspülung und Reinigung der Harnwege. Die Erreger werden eliminiert, bevor sie sich auf den Harnwegen festsetzen können.
  • Getränke wie schwarzer Tee, Alkohol und Kaffee reizen die Blase. Deshalb sollte man von ihnen nicht zuviel trinken und in jedem Fall mit reichlich Wasser nachspülen.
  • Bei der Wahl der Unterwäsche sind atmungsaktive Stoffe, z. B. Baumwolle, zu bevorzugen. Synthetische Materialien schaffen ein feuchtwarmes Klima, das auf die Vermehrung von Pilzen und Bakterien begünstigend wirkt.
  • Achten Sie darauf, dass Sie beim Wasserlassen die Blase vollständig entleeren. Lehnen Sie sich entspannt nach hinten, denn eine vorgebeugte Haltung verhindert die totale Blasenentleerung.
  • Achten Sie im Winter auf warme Unterwäsche. Bauchfreie Hüftjeans sehen zwar gut aus, führen in der kalten Jahreszeit jedoch zu einer Unterkühlung des Rücken- und Beckenbereiches, die das Entstehen von Infekten der Harnwege begünstigt.

Mittel und Maßnahmen der Naturmedizin

Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt in der Regel in drei bis sieben Tagen aus. Wenn sie länger besteht, sich das Allgemeinbefinden verschlechtert oder Fieber auftritt, ist ein Arztbesuch erforderlich. In manchen Fällen, z. B. bei chronischen Blasenentzündungen, die mit alternativmedizinischen Maßnahmen nicht abklingen, kann eine Antibiotikagabe erforderlich sein. Doch bevor dieser Schritt notwendig wird, kann man verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der Naturheilkunde wahrnehmen. Dazu zählen folgende Maßnahmen:

Temperaturansteigende Fußbäder

Man bringt etwa anderthalb Liter Wasser in einem Wasserkocher zum Kochen und füllt sich zusätzlich heißes Wasser in eine große Schüssel. Diese sollte so geformt sein, dass beide Füße ausreichend Platz haben. Man taucht die Füße in das heiße Wasser. Sobald man sich an die Temperatur gewöhnt hat, gießt man aus dem Wasserkocher das nicht mehr kochende, aber immer noch sehr heiße Wasser hinzu. Hat man sich auch an die neue Temperatur gewöhnt, wird wiederum heißes Wasser zugegeben. Man muss etwas aufpassen, dass man sich nicht die Füße verbrennt, aber ordentlich rot sollten sie schon werden. Diese Therapie arbeitet über die Fußreflexzonen und verfügt über außerordentlich abwehrsteigernde Wirkungen. Sie sollte mindestens zwei Mal täglich durchgeführt werden und ist auch für die Vorbeugung von Blasenentzündungen geeignet.

Angenehmer Nebeneffekt: Schmerzen und Krampfbeschwerden im Blasenbereich bilden sich bereits während der Durchführung des ansteigenden Fußbades spürbar zurück.

Pflanzenheilkunde

Einige Pflanzen haben sich für die Behandlung von Blasenkatarrhen als außerordentlich wirksam erwiesen. Zu ihnen gehören Goldrute (Solidago virgaurea), Kapuzinerkresse (Tropaeolum maius, auch „pflanzliches Antibiotikum“ genannt), Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), Birke (Betula) und Brennnessel (Urtica dioica). Man nimmt sie als pflanzlich-homöopathische Urtinktur, Frischpflanzenpresssaft oder Tee. Der Tee hat zusätzlich einen Durchspülungseffekt, kann aber bei mehrwöchiger Anwendung auch wieder die Blase reizen, während man bei 10 – 20 Tropfen Urtinktur/Tag in Verbindung mit reichlichem Wassertrinken den arzneilichen Effekt der Pflanze nutzen kann, ohne Reizerscheinungen zu provozieren.

Aromatherapie

Zahlreiche ätherische Öle verfügen über einen ausgesprochen keimhemmenden Effekt. Bei Blasenentzündungen hat sich folgendes Rezept bewährt:

Ätherisches Zimtöl            2 g
Ätherisches Lavendelöl     1 g
Ätherisches Oreganoöl     1 g
Ätherisches Nelkenöl        1 g
Alkohol zu 94 %                50 g
Glycerin zu 98 %              20 g

30 Tropfen nach jeder Mahlzeit

Schmerzhaftes Brennen beim Wasserlassen kann man mit Teebaumöl lindern. Man nimmt alle halbe Stunde 1 – 3 Tropfen ein und trinkt dazu reichlich Wasser. Meist tritt innerhalb weniger Stunden eine deutliche Besserung ein.

Homöopathie

Akuter Harnwegsinfekt infolge von Unterkühlung und Nässe:
Dulcamara D6, anfangs bis zu 3 Globuli stündlich

Akuter Harnwegsinfekt mit hoch pathologischem Urinbefund, krampfartigen Schmerzen, Abgang von schleimig-eitrigem Urin sowie Fieber mit nächtlichen Schweißausbrüchen: Mercurius corrosivus D6, 3 x täglich 1 Tablette.

Reizblase und rezidivierende Harnwegsinfekte als Folge von Unterkühlung; vermehrter Harndrang mit krampfartigen Schmerzen, die bis zu den Oberschenkeln ausstrahlen, weinerliche Stimmung: Pulsatilla D 6, anfangs bis zu 3 Globuli stündlich.

Chronischer Harnwegsinfekt nach voraufgegangenem akutem Zustand: zur „Terrain-Sanierung“ Solidago D2, 3 x täglich 5 Globuli über 4 – 8 Wochen.

Chronischer Harnwegsinfekt mit stechenden Schmerzen in der Harnröhre und am Genitale: Acidum nitricum D6 oder D12, 2 x täglich 5 Globuli.

Ernährungstipps bei einer Blasenentzündung

Bei Blasenentzündung sollte man folgende Nahrungsmittel meiden:

Fleisch, Meeresfrüchte, Sardellen, Sardinen, Konserven, Sauerampfer, Schwarzer Tee, Kaffee, Alkohol, Zucker in jeder Form, Pflaumen, Salat, Karotten, grüne Bohnen und Spinat. Gut sind dagegen Rüben, weil sie harntreibend wirken, und Roggenprodukte, weil sie antientzündliche Effekte haben. Wertvoll sind alle Lauchgemüse, da sie reich sind an alkalischen Salzen und über eine keimtötende und harntreibende Wirkung verfügen.

Manchmal kann ein bestimmtes Eiweißenzym, das in Getreide vorkommt, Ursache für eine chronische Blasenentzündung sein. Dann kann eine glutenfreie Ernährung helfen.

Ein zu hoher Zuckergehalt im Urin kann ebenfalls die Vermehrung von Bakterien fördern. Produkte mit weißem Zucker sollten daher strikt gemieden werden.

Die Vergrößerung der Prostata, häufigste Ursache für den Harnwegsinfekt beim Mann, wird durch reichlichen Konsum von tierischen Fetten (Fleisch, Milch, Eier) begünstigt. Ersetzt man die tierischen Fette durch qualitativ hochstehende, kaltgepresste Pflanzenöle, wird der Körper mit reichlich essentiellen Fettsäuren versorgt, welche die Vergrößerung zurückbilden und die Beschwerden lindern können. Für die Verkleinerung der Prostata ist eine ausreichende Versorgung mit Zink und Aminosäuren ebenfalls hilfreich.

Psychosomatische Aspekte von Harnwegsentzündungen

Eine Blasenentzündung wird manchmal auch als „Weinen von unten“ bezeichnet. Sie ist ein Geschehen, bei dem sich seelischer Schmerz, zu dem der Patient keinen spürbaren emotionalen Zugang findet, in ein brennendes körperliches Bedürfnis verwandelt hat. Das Loslassen des flüssigen Körperabfalls wird als ausgesprochen schmerzhaft erlebt. Beim vergeblichen Harndrang möchte man etwas hergeben, kann es de facto aber nicht. Der psychosomatische Arzt Dr. Ruediger Dahlke weist darauf hin, dass sich dahinter ein Konflikt zwischen Behalten und Loslassen verbergen kann oder die Krankheit ein Ausdruck dessen ist, dass man sich auch emotional unter einem schmerzhaftem Druck fühlt.

Wer für Blasenentzündungen anfällig ist, kann sein „psychosomatisches Terrain“ sanieren, wenn er sich fragt, welche privaten oder beruflichen Belastungen ihn so unter Druck setzen, dass sein Gefühlsleben zu stark belastet wird. Es kann sowohl hilfreich sein, sich aus überlebten Strukturen herauszulösen, sie bewusst loslassen oder verändern zu lernen, als auch, die eigene Konfliktbereitschaft zu stärken und den eigenen seelischen Bereich besser zu verteidigen. Frauen, die nach dem Geschlechtsverkehr häufiger Probleme mit Blasenentzündungen haben, sollten sich mit der Frage konfrontieren, ob sie zu dieser Form von Intimität wirklich bereit sind oder ob sie unbewusste Ressentiments gegen ihren Partner hegen, die zur Sprache gebracht und gemeinsam bearbeitet werden sollten. In manchen Fällen kann eine Psychotherapie oder eine Paartherapie die tiefen und oftmals nicht bewussten Konflikte aufdecken und lösen helfen.

 

© Margret Rupprecht

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