Cholesterin natürlich senken

„Laß mich doch fett sein, es kann nicht jeder beim Ballett sein“. Was als frecher Kalenderspruch daherkommt, enthält tatsächlich ein Körnchen Wahrheit: Wer sich viel bewegt, reduziert seine Blutfettwerte und beugt Übergewicht vor. Das ist bekannt, aber auch hier gibt es Ausnahmen von der Regel. Ärzte und Heilpraktiker können immer wieder beobachten, dass manche Übergewichtige normale Blutfettwerte haben, während Andere, die schlank und normalgewichtig sind, Cholesterinwerte von 250 bis 300 mg/dl aufweisen. Es gibt erhöhte Cholesterinspiegel, die in wenigen Jahren zu sichtbaren Ablagerungen arteriosklerotischer Plaques führen, während andere Patienten über Jahre trotz relativ hoher LDL-Cholesterinwerte durchlässige Gefäße behalten. Der Mensch ist eben ein rätselhaftes Wesen und funktioniert in Sachen Gesundheit nicht immer „logisch“. Dennoch: Das statistische Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken und in der Folge einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, kann ab einem dauerhaft erhöhten Plasmacholesterinspiegel von mehr als 200 – 250 mg/dl signifikant ansteigen.

Ballaststoffe und Bewegung senken hohe Cholesterinwerte

Bei älteren Patienten und bei schon vorhandenen Gefäßablagerungen verschreibt der Hausarzt sog. Statine, Cholesterinsynthesehemmer, die bei Fettstoffwechselstörungen den hohen Cholesterinspiegel im Blut senken. Ihr Einsatz ist bei manchen Patienten unverzichtbar und schützt sie vor einem Fortschreiten der Gefäßverengung. Doch im Vorfeld dieser Maßnahme hält die Naturmedizin einiges bereit, um erhöhte Cholesterinwerte natürlich zu senken.

Dazu gehört als erstes eine Ernährungsumstellung auf basenbildende Vollwertkost mit einer starken Reduzierung aller Fette tierischen Ursprungs. Statt mit Butter und Schmalz sollte man mit kaltgepressten Ölen, vor allem Olivenöl, seine Speisen zubereiten. Man muss auch nicht auf Milchprodukte verzichten: Vollmilch erhöht zwar den Cholesterinspiegel, teilentrahmte Milch jedoch nicht.

Auch ein starker Konsum von raffiniertem Zucker, der in der Leber in Fett umgewandelt wird, treibt Cholesterinwerte in die Höhe. Deshalb ist es sinnvoll, den Süßigkeitenkonsum deutlich zu reduzieren. Größere Mengen Alkohol und Kaffee steigern die Blutfettwerte ebenfalls, allerdings kann ein kleines Glas Rotwein pro Tag sich wegen seines hohen Gehalts an Antioxidantien durchaus positiv auf die Gefäßgesundheit auswirken. Ein hochwirksamer Gefäßschutz sind auch der regelmäßige Verzehr von viel frischem, ballaststoffreichem Obst und Gemüse. Schon drei rohe Karotten am Tag können den Cholesterinspiegel um 10 – 20 % senken! Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer verringern wiederum die Bildung von Blutgerinnseln und Ablagerungen im Gefäßsystem. Wer sich ein mäßiges, aber regelmäßiges Sportprogramm verordnet, z. B. mehrmaliges Joggen, Schwimmen oder Radfahren pro Woche, sowie konsequent auf das Rauchen verzichtet, tut viel für seine Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Cholesterin senken mit Heilpflanzen

Zu den cholesterinsenkenden Heilpflanzen zählen vor allem Artischocken, Flohsamenschalen und die Indische Büschelbohne (Guarbohne).

Artischockenpräparate, z. B. eine Artischocken-Urtinktur, bauen Cholesterin ab durch Bildung von Gallensäuren in der Leber, verstärken die Ausscheidung von Cholesterin mit der Galle und hemmen die Biosynthese von Cholesterin in den Leberzellen. Insbesondere das schädigende LDL-Cholesterin wird reduziert. Flohsamenschalen senken Blutfette um 5 – 15 %, indem sie Gallensäuren und das „schlechte“ LDL-Cholesterin an ihre Schleimstoffe binden und mit dem Stuhl ausscheiden.

Die Indische Büschelbohne (Guarbohne) enthält den Ballaststoff Guar. Dieser senkt den Cholesterinspiegel auf folgende Weise: Über die Gallensäuren gelangen täglich etwa 1000 mg Cholesterin in den Darmtrakt, von denen etwa ein Fünftel ausgeschieden werden. Der Rest wird rückresorbiert und gelangt wieder ins Blut. Die indische Büschelbohne erhöht nun die Ausscheidung des Cholesterins und senkt darüber den Blutcholesterinspiegel.

Im Sortiment von Apotheken und Reformhäusern gibt es zahlreiche Präparate zur Cholesterinsenkung aus Artischocke, Flohsamenschalen oder indischer Büschelbohne. Mit ihnen kann man die Einnahme von Statinen oftmals um Jahre hinauszögern. Ähnliches gilt für die regelmäßige Verwendung von Leinöl (Leindotteröl). Dieses besitzt ein optimales Verhältnis von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren im Verhältnis von etwa 1 : 3. Der regelmäßige Einsatz von Leindotteröl (erhältlich im Naturkosthandel) kann sich positiv auf die Blutfettwerte auswirken.

Cholesterin senken mit Knoblauch und Zitrone

Zum Schluss noch ein einfaches Rezept, das Cholesterinwerte messbar senken kann: Man nimmt etwa dreißig möglichst frische, geschälte Knoblauchzehen (entspricht drei bis vier Zwiebeln) sowie fünf bis sechs ungeschälte, ungespritzte und nicht gewachste Bio-Zitronen, die man vorher warm abwäscht und in Stücke schneidet. Knoblauchzehen und Zitronenstücke werden mit etwas Wasser im Mixer püriert. Anschließend füllt man noch etwas Wasser hinzu, aber insgesamt nicht mehr als einen Liter. Die Mischung wird kurz auf 60 – 70 Grad Celsius erhitzt, dann sofort vom Feuer genommen und anschließend warm in Schraubgläser gefüllt. So entsteht ein milchiger, nicht nach Knoblauch, sondern angenehm nach Zitrone schmeckender, dünner Brei. Von diesem nimmt man täglich sechs Teelöffel vor der Hauptmahlzeit am Mittag oder am Abend ein. Dieses einfache Rezept wirkt sich bei manchen Patienten normalisierend auf Blutfettspiegel und Blutdruck aus, verbessert den Schlaf, wirkt auch Parodontose entgegen und hat im Einzelfall schon arteriosklerotische Ablagerungen zur Rückbildung gebracht. Einen Versuch ist es immer wert – natürlich begleitet von regelmäßigen Untersuchungen der Blutfettwerte beim Hausarzt.

 

© Margret Rupprecht

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