Abwehrsteigerung und Anti-Aging mit der Kombination von Vitamin C & Zink

„Bekannt ist ja oder dürfte es sein, dass in den Schalen der Äpfel, Birnen etc. mehr Kraft steckt als in dem Fleisch der Früchte selbst“ schrieb Pfarrer Kneipp vor mehr als 150 Jahren – lange bevor man wissenschaftlich belegen konnte, warum vor allem die Schalen von Obst und Gemüse wie auch die Randschichten des Reis- und Getreidekorns die ernährungsphysiologisch wertvollsten Nahrungsbestandteile enthalten.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind Stoffe, die der Mensch nicht selber herstellen kann. Wir müssen sie also mit unserer Nahrung aufnehmen. Alle Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig. Doch unsere ganz besondere Aufmerksamkeit verlangen die beiden Powersubstanzen Vitamin C und Zink.

Wofür brauchen wir Vitamin C?

Vitamin C, auch als Ascorbinsäure bezeichnet, findet sich vorwiegend in frischem Gemüse und frischen Früchten, während es in Fleisch und Milchprodukten kaum enthalten ist. Ascorbinsäure ist äußerst empfindlich gegen Licht, Luft und Erhitzung. Lagern frische Lebensmittel über mehrere Tage, geht das darin enthaltene Vitamin C ebenso verloren wie durch Kochen. Da es wasserlöslich ist, geht es ins Kochwasser über – und durch Erhitzen kann der Verlust fast 100 % betragen.

Vitamin C ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt: Es stimuliert die Leber und entgiftet das Blut von Medikamenten und schädigenden Umweltchemikalien. Es verbessert ferner die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und ist ein unverzichtbarer Bestandteil für die Produktion von Hormonen. Sowohl Schilddrüsenhormone wie auch die Stresshormone der Nebenniere können bei Vitamin-C-Mangel nicht ausreichend gebildet werden. Ein unzureichender Vitamin-C-Spiegel reduziert außerdem die Energieproduktion aus Fetten. Dies führt zu Ermüdungserscheinungen und Muskelschwäche.

Vitamin C ist ferner ein wichtiges Helferenzym in der Produktion von Kollagen. Kollagen wiederum sorgt für ein kräftiges Bindegewebe und für die Gesundheit von Haut, Gelenken, Muskeln, Knochen, Haaren und Nägeln.

Ein Mangel an Vitamin C erhöht den Histaminspiegel im Blut. Je höher der Histaminspiegel ist, desto mehr verschlimmern sich Allergien, Asthma, Magengeschwüre und auch einige psychische Erkrankungen.

Die wichtigste Funktion des C-Vitamins ist und bleibt die Steigerung der Abwehrkräfte, denn es stimuliert die Produktion und Funktion der weißen Blutkörperchen und erhöht ihre Fähigkeit, Bakterien zu zerstören. Deshalb gewährleistet eine konstant gute Vitamin-C-Versorgung den besten Schutz vor Infekten. Im Akutfall ist es oft die hochdosierte Vitamin-C-Therapie, die den entscheidenden Anstoß zur Genesung gibt.

Zu den bewährten Einsatzgebieten des C-Vitamins gehören dementsprechend folgende Krankheitsbilder:

Vitamin C hat eine positive Wirkung bei Bronchialasthma, Anstrengungsasthma, Lebensmittelallergien und Heuschnupfen. Es senkt den Cholesterinspiegel und schützt damit vor Arteriosklerose, verbessert die Eisenaufnahme im Darm, fördert das Abheilen von Geschwüren, stärkt die Venen um den After und lindert dadurch Hämorrhoidalbeschwerden.

Hohe Vitamin-C-Dosen können einen heilenden Effekt auf depressive Verstimmungen haben und wirken insgesamt ausgleichend auf die gesamte Psyche. Bei Rauchern und Alkoholmissbrauch schützt Ascorbinsäure die Leber vor toxischen Ablagerungen. Sie verteidigt das Immunsystem gegen Krebs, krebsauslösende Substanzen und Schwermetalle, beschleunigt die Wundheilung, reduziert den Zahnfleischschwund und verbessert den Schutz vor Infekten.

Ascorbinsäure ist ein wahres All-round-Vitamin. Eine Unterversorgung stellt für den gesamten Stoffwechsel eine massive Belastung dar.

Wofür brauchen wir Zink?

Was die Vielseitigkeit der Funktionen angeht, so steht das Spurenelement Zink dem Vitamin C kaum nach. Zink ist an über 300 Enzymreaktionen beteiligt. Eine ganz zentrale Rolle spielt es für die Funktionsfähigkeit, das Wachstum und die Vermehrung der Körperzellen. Eine Unterversorgung mit Zink macht sich daher zuerst in den Geweben oder Organen bemerkbar, die sich schnell vermehren.

Einige Beispiele:

Ein Zinkmangel kann zu Wachstumsstörungen und Unfruchtbarkeit führen. Das Ungeborene im Mutterleib und der Säugling wachsen sehr schnell. Deshalb brauchen Schwangere und Kleinkinder eine besonders gute Versorgung mit Zink, damit es nicht zu Fehlgeburten bzw. zu Wachstumsstörungen kommt. Wird ein Zinkmangel chronisch, kann sich bei Jugendlichen die Pubertät verzögern. Beim Mann nimmt die Qualität der Spermien ab.

Weniger bekannt ist die Wichtigkeit des Zinks für den Zuckerstoffwechsel. Zink ist unverzichtbar für den Umbau von Proinsulin, der Vorstufe des Insulins, zu Insulin. Chronischer Zinkmangel führt zum Alterszucker. Eine gute Zinkversorgung stabilisiert den Blutzuckerspiegel und verbessert gerade auch beim Diabetiker Immunfunktionen und Wundheilungsstörungen.

Ein erster Hinweis auf ein Zinkmangelsyndrom sind oftmals Netzhautfunktionsstörungen wie Nachtblindheit oder schlechtes Sehen beim Wechsel zwischen Hell und Dunkel, denn die höchste Zinkkonzentration im Körper findet sich in der Netzhaut. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Augen von Nachttieren wie Fuchs und Marder eine etwa 100mal höhere Zinkkonzentration besitzen als die des Menschen.

Am augenfälligsten wird Zinkmangel jedoch an Geweben wie Haut, Haaren und Nägeln. Diese haben eines gemeinsam: Sie wachsen sehr schnell, d. h. die Zellen haben eine hohe Teilungsrate. Zinkmangel an der Haut führt zu Störungen in der Wundheilung. Dies merkt man daran, dass es sehr lange dauert, bis Verletzungen verheilt sind. An den Fingernägeln macht sich Zinkmangel mit zahlreichen weißen Flecken bemerkbar. Haare werden dünn, brüchig und farblos. Auch Haarausfall kommt vor. Dies liegt daran, dass Zink an der Produktion des zentralen Haarbaustoffes, Keratin, maßgeblich beteiligt ist.

Für Zink gilt dasselbe wie für Vitamin C: Es ist besonders wichtig für eine gut funktionierende Immunabwehr. Haut und Schleimhäute stellen eine riesige Oberfläche für den Angriff von Viren und Bakterien dar. Allein die Lunge verfügt über eine Gesamtfläche von fast 100 Quadratmetern. Gerade die Atemwege mit ihrem warm-feuchten Klima bieten einen idealen Nährboden für die Vermehrung von Erregern – sofern dies nicht von einer schnell und effektiv arbeitenden Abwehr verhindert wird. Diese Abwehrzellen sind genau dort angesiedelt, wo sie auch gebraucht werden: Auf der Haut und den Schleimhäuten der Atemwege und des Verdauungstraktes. Milliarden dieser Zellen bekämpfen ständig die Bakterien und Viren, die sich auf der äußeren oder inneren Oberfläche des Organismus ausbreiten wollen. Dabei sterben die Abwehrzellen nach getaner Arbeit ab und müssen rasch ersetzt werden, so dass auch das Immunsystem ein „Organ“ mit hoher Zellteilungsrate und daher einem hohen Zinkbedarf ist. Ein Zinkmangel macht sich hier mit Infektanfälligkeit, häufigen Erkältungen und Wundheilungsstörungen bemerkbar.

Wie versorge ich mich ausreichend mit Zink und Vitamin C?

Die Zinkversorgung über die Nahrung ist nicht ganz unproblematisch. Fleisch, Leber, Meeresfrüchte und Ei enthalten recht viel Zink, Obst und Gemüse jedoch nur in geringster Menge. Der Zinkgehalt des Vollkornbrotes ist zwar hoch, durch die in den Randschichten des Getreidekorns befindliche Phytinsäure wird Zink jedoch gebunden und es entsteht das unverwertbare Zinkphytat, das der Körper sofort wieder ausscheidet. Von daher kommt es vor allem bei Personen, die sich „gesund“ ernähren, also wenig Fleisch und viel Gemüse und Vollkornprodukte essen, häufig zu einem Zinkmangelzustand.

Risikogruppen für den Zinkmangel aufgrund einer zu geringen Zufuhr oder eines gesteigerten Bedarfs sind daher Vegetarier, Schwangere und stillende Mütter, Kinder im Wachstumsalter, Diabetiker, Leistungssportler, Raucher und Personen, die häufig Alkohol konsumieren.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt zur Vorbeugung eines Vitamin-C-Mangels eine tägliche Vitamin-C-Zufuhr von 75 mg. Der Körper speichert etwa 1.500 mg Vitamin C und kann diese Speicherkapazität bei höherer Zufuhr auf bis zu 5.000 mg steigern. Vitamin C ist nicht giftig; es besteht außerdem schon allein deshalb nicht die Gefahr einer Überdosierung, weil überschüssige Mengen wegen der Wasserlöslichkeit dieses Vitamins über die Nieren wieder ausgeschieden werden.

Im Krankheitsfall hat sich eine tägliche Zufuhr von 300 mg Vitamin C als ideal erwiesen. Bei dieser Menge beträgt die Vitamin C-Aufnahme über den Darm etwa 90 %.

Zur Vorbeugung eines Zinkmangels empfiehlt die DGE eine tägliche Zufuhr von 12 -15 mg Zink. Diese Größenordnung gewährleistet eine optimale Versorgung, ohne zu Überdosierungen zu führen. Erst bei Gaben von mehr als 150 mg pro Tag und über mehrere Wochen könnte es zu Überdosierungserscheinungen kommen.

Die Verbindung von Zink und Vitamin C ist eine hocheffektive Kombination zur Steigerung der körpereigenen Abwehr. Eine ausreichende Versorgung mit beiden Stoffen ist für den gesamten Stoffwechsel außerdem eine hochwirksame und nebenwirkungsfreie Anti-Aging-Therapie.

 

© Margret Rupprecht

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