Prüfungsangst

Es ist ein weit verbreitetes Leiden und trifft besonders häufig Kinder und Jugendliche: Prüfungsangst. Psychologen führen das Phänomen auf traumatische Schlüsselerlebnisse, zu hohe Erwartungen von Eltern und Lehrern, individuelle schulische Überforderung und mangelnde psychische Belastbarkeit zurück. Noch immer wird die Angst vor der Klassenarbeit primär als psychische Störung gesehen. Dass dahinter auch ein Nährstoffproblem stehen kann, ist weitgehend unbekannt. Gerade in Situationen, in denen das Gehirn Höchstleistungen vollbringen muss, braucht es eine optimale Nährstoffversorgung. Ist diese garantiert, spielt auch die Psyche wieder mit. Schließlich wird auch die seelische Befindlichkeit in nicht unbeträchtlichem Maße von der ausreichenden Versorgung des Zentralnervensystems mit den notwendigen Nährstoffen mitbestimmt.

„Julia starrt auf die Uhr und bekommt Panik.

Sie zittert, ist nervös, weiß gar nichts mehr, obwohl sie tagelang für diese eine Prüfung gelernt hat. Sogar nachts. Julia hat Prüfungsangst.

´Ich habe für einen Englisch-Vokabeltest gelernt, wie ich es immer getan habe. Doch im Vokabeltest habe ich mich verschrieben und es korrigiert. Aber der Lehrer war schon bei der nächsten Vokabel, dadurch bekam ich Zeitdruck und konnte dem Lehrer nicht mehr folgen. Dann hatte ich einen Blackout. Ich bekam eine 6! Seitdem wurde es immer schlimmer.`“ (ndr)

Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch viele Erwachsene kennen das Phänomen: Herzklopfen, feuchte Hände, Watte im Kopf und ein leeres Gehirn. Inhalte, mit denen man sich tage- oder wochenlang beschäftigt hat, sind plötzlich wie weggeblasen. Man sitzt vor einem leeren Blatt Papier und weiß auf einmal gar nichts mehr.

Interessant ist dabei die Beobachtung, dass Menschen, die unter Prüfungsangst leiden, oft schon in der Vorbereitungsphase über mangelnde Ausdauer und Konzentrationsschwäche berichten. Irgendetwas scheint zu fehlen, aber man weiß nicht, was es ist.

Prüfungsangst ist letztlich Ausdruck einer Versagensangst und damit ein psychologisches Problem. Ursache muss aber nicht unbedingt ein psychisches Defizit oder eine seelische Entwicklungsverzögerung sein. Öfter als man denkt, ist es „nur“ Nährstoffmangel im Gehirn und schon „spielt man verrückt.“

Symptomunterdrückung löst nicht das Grundproblem

Schlechte Noten und der damit verbundene Verlust der sozialen Achtung führen dazu, dass Eltern aus lauter Ratlosigkeit zur „Pille für ihr Kind“ greifen. Zwar ist es allgemein bekannt, dass man bei Kindern und Jugendlichen mit Psychopharmaka vorsichtig sein muss, doch die Praxis sieht oft anders aus. Allopathische Medikamente, die gegen Nervosität und Angstzustände helfen, reduzieren jedoch nur die Symptome und setzen nicht an den wirklichen Ursachen an. Da Klassenarbeiten während der Schulzeit ein regelmäßiges Vorkommnis sind, müssen Schüler mit Prüfungsangst regelmäßig Medikamente einnehmen, um die Prüfungen zu bestehen.

Besonders kritisch ist die Verordnung von Betablockern bei Jugendlichen und Erwachsenen. Betablocker werden kurzfristig bei bestimmten sozialen Phobien eingesetzt, denn sie verringern Herzklopfen, Erröten, Schwitzen und Angstzustände. In der Folge können die Betroffenen sich besser konzentrieren. Allerdings treten nicht selten Nebenwirkungen auf: Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, allergische Reaktionen, Schwindel, Benommenheit und Verwirrtheit.

Prüfungsangst mit Nährstoffen behandeln

Amerikanische Wissenschaftler haben einen neuen Forschungszweig mit dem Namen „Nutritional Neurosciences“ (Nahrungsbezogene Gehirnforschung) ins Leben gerufen. Mehr und mehr Forschungsergebnisse bestätigen, dass ein starker Zusammenhang zwischen Ernährung einerseits und Intelligenz, psychischer Gesundheit, Konzentrationsfähigkeit und Nervenstärke andererseits besteht. Wie kaum ein anderes Organ ist das Gehirn auf ausreichende und vor allem richtige Nährstoffzufuhr angewiesen. Nachlassende Nahrungsqualität steigert das Risiko für Leistungsschwächen im Bereich von Geist, Gedächtnis und Psyche.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte ein französischer Chemiker im Eigelb eine fettähnliche Substanz, die er nach dem griechischen Wort lekithos (Eidotter) „Lezithin“ nannte. Darunter versteht man sog. Phospholipide, also Verbindungen von Glycerin, Fettsäuren, Phosphorsäure und einem Alkohol. „Eine dieser Substanzen, das Phosphatidylserin, abgekürzt PS, hat eine besondere Bedeutung unter den Lecithinbestandteilen und ist in hoher Konzentration in den Nervenzellen des Gehirns vorhanden. Dieser Stoff wirkt sich vornehmlich auf die Gedächtnisleistung des Gehirns, also die Denk- und Merkfähigkeit, aus.“ (J. Bielefeld).

Der Neurologieprofessor Dr. Ernst Berger aus Wien stellte fest: Wird das Gehirn mit PS unterversorgt, funktioniert die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen nicht mehr ordnungsgemäß. Es kommt zu Panik im Kopf und irgendwann auch zu Panik in der Psyche.

Dass zunehmend mehr Personen unter Konzentrationsbeeinträchtigungen leiden, ist eine Folge der „gesunden“ Ernährung, so paradox das klingen mag: Vor allem fett- und cholesterinreiche Lebensmittel enthalten einen hohen Anteil an Phosphatidylserin. Eine fettarme Ernährung ist zwar nach wie vor zu bevorzugen, denn sie beugt Arteriosklerose vor und schützt vor Gewichtszunahme. Doch sie hat einen gravierenden Nachteil: Auf Dauer kann es zur Unterversorgung mit dem „Denkfaktor“ Phosphatidylserin kommen.

Praktische Tipps bei Prüfungsangst

Wer selber unter Prüfungsangst leidet oder Kinder hat, die mit diesem Problem zu kämpfen haben, kann sich über die Apotheke oder im Reformhaus eine Nahrungsergänzung mit Phosphatidylserin (PS) besorgen – nach Möglichkeit von einem deutschen Hersteller, da in diesem Fall eine höhere Produktqualität gewährleistet ist als bei manchen ausländischen Präparaten. Eine Nahrungsergänzung mit Phosphatidylserin ist für eine kurmäßige, wiederholte Einnahme zur Auffrischung der körpereigenen PS-Spiegel ebenso geeignet wie für die kurzfristige Einnahme zwei bis drei Tage vor einer Prüfung.

Ergänzen sollte man das PS-Präparat durch eine Nahrungsergänzung, die einen hoch dosierten Vitamin-B-Komplex enthält. B-Vitamine beruhigen die Nerven und steigern die Gedächtnisleistung.

Und dann gibt es noch eine Heilpflanze, die ausgesprochen konzentrationssteigernd wirkt: die homöopathisch-pflanzliche Urtinktur der Wilden Möhre (Daucus carota). Wer unter Konzentrationsschwierigkeiten leidet, sollte mehrmals im Jahr eine mehrwöchige Kur mit dieser Urtinktur durchführen (3 x täglich 3 – 5 Tropfen auf die Zunge träufeln oder mit etwas Wasser einnehmen) und jeweils eine Woche vor einer Prüfung die Daucus-carota-Urtinktur einnehmen.

Die Kombination von Phosphatidylserin mit B-Vitaminen und einer Urtinktur aus Wilder Möhre ist in den üblichen therapeutischen Dosierungen nebenwirkungsfrei, kann auch Kindern verabreicht werden und kann die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit in Prüfungssituationen erstaunlich verbessern.

 

© Margret Rupprecht

Das könnte Sie auch interessieren

  • Übelkeit und Erbrechen beim Kind

    Je kleiner Kinder sind, desto leichter fällt ihnen das Erbrechen. Anders als beim Erwachsenen kündigt es sich oft nicht durch Übelkeit an, sondern kann sich ziemlich plötzlich ereignen.

     

  • Kopfschmerzen beim Kind

    Kopfschmerzen können auch im Rahmen einer Erkältung auftauchen. Wenn sie von Fieber, Übelkeit oder Erbrechen begleitet werden, kann sich dahinter eine Hirnhautentzündung verbergen.

     

WP-Backgrounds by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann