Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

„Was bedeutet Zucker für Ihr Leben?“ lautete vor Jahren der Werbeslogan eines Industriezuckerherstellers. Die Frage ist berechtigt und alles andere als leicht zu beantworten. Denn Zucker ist weder so harmlos, wie es von Süßigkeitenherstellern suggeriert wird, noch so ungesund, wie manche Bioladen-Werbung ihre Kunden glauben macht. Auch hier liegt die Wahrheit in der Mitte. Denn es kommt auf die Dosis und den richtigen Umgang an.

Ohne Zucker läuft im Körper fast nichts. Ein stabiler Blutzuckerspiegel ist überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass wir leben, atmen, denken und uns bewegen können. Andererseits: Wer konstant überhöhte Blutzuckerspiegel aufweist, wird auf Dauer an seinen Gefäßen erkranken. Das macht sich besonders an Augen, Nieren, Nervensystem und Herz bemerkbar.

Diabetes zählt zu den endokrinen Störungen (Krankheiten des Hormonsystems), ist aber nicht unbedingt „Schicksal“. Diabetes bekommt man nicht, man holt ihn sich – zumindest in vielen Fällen. Wenn Sie aus einer Diabetiker-Familie stammen und der Krankheit vorbeugen möchten oder wenn Sie schon unter Diabetes leiden, lohnt sich eine intensive Auseinandersetzung mit den körperlichen und seelischen Ursachen der Krankheit. Sie können viel tun, um gesund zu bleiben bzw. Ihren Blutzuckerspiegel so optimal einzustellen, dass Sie bis ins hohe Alter fit und leistungsfähig bleiben und das Krankheitsbild nicht wesentlich fortschreitet.

Die Geschichte des Zuckers

 

Die Entdeckung des weißen, „raffinierten“ Zuckers ist noch gar nicht so lange her: Bis vor 200 Jahren verwendete man zum Süßen vor allem Honig und eingedickten Zuckerrohrsaft, der aus Südamerika eingeführt wurde. Erst 1749 entdeckte ein Berliner Apotheker, dass Zucker aus der hiesigen Zuckerrübe mit dem Zucker des tropischen Zuckerrohrs identisch ist. Einer seiner Schüler züchtete Rüben mit einem höheren Zuckergehalt und stellte im Jahre 1798 den ersten Rübenzucker in größeren Mengen her. Unser weißer Haushaltszucker – nichts anderes als Rohr- oder Rübenzucker – wird chemisch „Saccharose“ genannt und besteht aus einer Verbindung von Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose). Reiner Traubenzucker, Glucose, ist nur halb so süß wie Saccharose, geht aber schnell ins Blut, da Blutzucker und Glucose identisch sind. Sportler schätzen deshalb den Traubenzucker als schnellen Energielieferanten. Fruchtzucker kommt vor allem in Früchten und Honig vor. Er ist 20 % süßer als Rübenzucker, wird aber weniger gut resorbiert. Daneben gibt es noch Malzzucker, Milchzucker, Maltodextrin und Invertzucker, die allesamt weniger süß schmecken als Rüben-, Trauben- und Fruchtzucker.

Zucker und Süßigkeiten sind beliebt, weil sie Kalorien liefern – und Wohlbefinden: Wenn man etwas Süßes isst, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Dadurch wird gleichzeitig auch ein Eiweißbaustein namens Tryptophan aus dem Blut freigesetzt und ins Gehirn geschleust. Er ist Vorstufe für die Bildung des Botenstoffes Serotonin, einem natürlichen „Glückshormon“. Serotonin wird auch dann gebildet, wenn man sich viel in der Sonne aufhält. Das ist der Grund, warum Menschen gerne in Frustsituationen und im dunklen Winterhalbjahr zu Süßigkeiten greifen und warum kohlenhydratarme Diäten häufig zu depressiven Verstimmungen führen.

Wir brauchen Zucker – aber in Maßen und nicht konzentriert, sondern eingebettet in einen natürlichen Nahrungszusammenhang: Bananen statt Gummibärchen heißt also die Devise …

Diabetes mellitus – Krank durch gestörten Zuckerstoffwechsel

 

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselkrankheit in der sog. Wohlstandsgesellschaft. In Deutschland gibt es etwa 4 Millionen Diabetiker. Nur 5 % von ihnen sind Typ I-Diabetiker, die meisten weisen einen Typ II-Diabetes auf. Von ihnen ist etwa nur jeder Fünfte insulinpflichtig. In 80 % der Fälle würden diätetische Maßnahmen ausreichen, wenn Ärzte noch mehr von Vollwerternährung verstünden und die Betroffenen etwas mehr Disziplin in Sachen Essen entwickelten. Viele Diabetiker kontrollieren ihren Blutzuckerspiegel äußerst lässig und sind manchmal erschreckend ahnungslos über die verheerenden Spätschäden der Krankheit. Nur etwa ein Drittel der Betroffenen hält sich an die notwendige Diät – die eigentlich keine „Diät“ ist, sondern eine Ernährungsumstellung auf basenbildende Vollwertkost, also auf eine im Grunde genommen „normale“ Ernährung. Man muss sich darüber klar sein, dass das, was man in Sachen Essen heute als „normal“ ansieht, alles andere als gesund ist. Denaturierte und industriell vorgefertigte Speisen machen Stoffwechsel und Verdauungstrakt auf Dauer krank, während natürliche und weitgehend unbehandelte Lebensmittel – Obst, Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Vollkornreis, Vollkornbrot, Eier, Milch, Fleisch…. – den Körper mit allem versorgen, was er braucht, und den Stoffwechsel in einer optimalen Zucker-, Vitamin-, Mineralstoff- und Säure-Basen-Balance halten. Diabetes ist letztlich ein Indikator für die Tatsache, dass unserer Gesellschaft das Gefühl für eine gesunde Art von Ernährung verloren gegangen ist.

 

Die Schulmedizin unterscheidet zwischen zwei Formen von Diabetes:

Diabetes Typ I, sog. iuveniler Diabetes, beginnt meist in der Jugend. Ursachen sind die zunehmende Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dieser Prozess geht auf Umweltfaktoren wie Viren, Nahrungsbestandteile oder auch Stress zurück. Kinder, die sehr früh Kuhmilch erhalten, besitzen ein höheres Risiko für Typ I-Diabetes als Babys, die lange gestillt wurden. Wenn eine schwangere Frau an Röteln erkrankt, entwickelt in jedem zweiten Fall das Kind einen iuvenilen Diabetes. Diese Diabetesform kann aber auch durch Autoimmunprozesse entstehen: Das körpereigene Immunsystem entwickelt – aus welchen Gründen auch immer – Autoantikörper gegen die eigenen Bauchspeicheldrüsenzellen.

Der Typ-I-Diabetes wird mit einer 3 – 5%igen Wahrscheinlichkeit von Mutter oder Vater auf das Kind vererbt. Leiden beide Eltern an der Krankheit, steigt das Risiko für ihre Kinder auf 20 %. Ist ein eineiiger Zwilling an juvenilem Diabetes erkrankt, liegt das Risiko für sein Geschwister bei 35 %. Die meisten Betroffenen zeigen genetische Veränderungen auf dem Chromosom Nr. 6. Allerdings erkrankt nicht jeder, der diese Veränderungen aufweist, automatisch an Diabetes. Als Auslöser für die Autoimmunreaktion werden vor allem Masern-, Mumps- und Grippeviren diskutiert, wobei zwischen der Virusinfektion und dem Auftreten der ersten Symptome Monate bis Jahre vergehen können. Erst wenn 80 % der insulinproduzierenden Zellen zerstört sind, treten die typischen Diabetessymptome auf. Beim Typ-I-Diabetes liegt ein echter, absoluter Insulinmangel vor. Die Krankheit ist deshalb in jedem Fall insulinpflichtig.

 

Diabetes Typ II, sog. Altersdiabetes, betrifft vor allem ältere Menschen und beginnt langsam. Er ist teilweise veranlagungsbedingt. Das heißt: Wenn Eltern und Großeltern schon unter Diabetes litten, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, selber ebenfalls zuckerkrank zu werden. Doch: Wer eine genetische Veranlagung zu Altersdiabetes hat, sich aber konsequent vollwertig ernährt, ein bißchen Sport treibt und auf sein Gewicht achtet, bleibt meistens gesund!

Beim Altersdiabetes lassen sich drei Phänomene beobachten:

– in der Leber findet eine verstärkte Umwandlung von Fett in Zucker statt mit der Folge, dass sich der Blutzuckerspiegel erhöht,

– die Bauchspeicheldrüsenzellen produzieren zu wenig Insulin,

– die Körperzellen reagieren immer schlechter auf Insulin (Insulinresistenz).

 

Wie funktioniert der Zuckerstoffwechsel?

Zucker (Glukose) ist ein wichtiger Nährstoff für die Körperzellen, vor allem die Zellen von Gehirn und Muskulatur. Der Stoffwechsel sorgt für einen möglichst konstanten Blutzuckerspiegel, idealerweise von etwa 70 – 100 mg/dl. Damit der Zucker in die Zelle gelangt, braucht es das Hormon Insulin. Es wird von der Bauchspeicheldrüse produziert und ins Blut ausgeschüttet, sobald wir etwas essen, das Zucker enthält. Insulin „öffnet“ die Körperzellen und schleust den Zucker aus dem Blut in die Zelle hinein. Dort wird er zur Energieherstellung verwendet.

Die Bauchspeicheldrüse eines Erwachsenen enthält ungefähr eine Million insulinproduzierende Zellen, nach ihrem Entdecker Paul Langerhans auch Langerhans´sche Inselzellen genannt. Sie sind inselartig über die gesamte Bauchspeicheldrüse verteilt.

Diabetes ist nicht heilbar in dem Sinne, dass die Krankheit völlig verschwindet – schon gar nicht, wenn man weiterhin zu viel Weißbrot und Kuchen isst, ordentlich dem Alkohol zuspricht und sich zu fett ernährt. Im frühen Stadium ist aber oftmals eine Ernährungsumstellung auf basenbildende Vollwertkost und ein Vermeiden von Lebensmitteln mit konzentriertem Einfachzuckergehalt – kombiniert mit dem Abbau von Übergewicht und ein wenig Sport – schon ausreichend, um die Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle bleibt aber auch hier unabdingbar. Ist ein Diabetiker gut „eingestellt“, kann er ein völlig normales und beschwerdefreies Leben führen.

Die ersten Symptome: Durst und Harndrang

 

Ähnlich wie Salz kann auch Zucker Wasser binden. Wenn der Blutzuckerspiegel über Tag so hoch ist, dass er die sog. „Nierenschwelle“ übersteigt (160 – 180 Milligramm Zucker pro Deziliter Blut), wird das osmotisch an den Zucker gebundene Wasser über die Nieren ausgeschieden. Starker Durst und vermehrtes Wasserlassen sind die ersten Anzeichen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels. Daher hat das Krankheitsbild auch seinen Namen. „Diabetes mellitus“ bedeutet übersetzt „honigsüßer Durchfluss“. Am süß schmeckenden Urin hat man in früheren Jahrhunderten die Zuckerkrankheit erkannt, auch wenn man über ihre Entstehungsursachen noch nicht so viel wusste wie heute.

Weitere Diabetessymptome sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Hautjucken, Heißhungerattacken, Sehstörungen und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Die Krankheit beginnt meist schleichend. Regelmäßige Blutzuckeruntersuchungen in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker sind deshalb sinnvoll und ratsam. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden verhindern.

Diagnose beim Arzt

 

Der Nüchternblutzucker am Morgen liegt normalerweise unter 110 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl). Nach dem Essen steigt er auf maximal 140 mg/dl an.

Liegt der Nüchternblutzucker über 110 und der Wert nach dem Essen deutlich über 140 mg/dl, ist dies ein ziemlich zuverlässiger Hinweis auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus. Da bei einem Blutzuckerspiegel von > 160 – 180 mg/dl die Nieren verstärkt Zucker und Wasser ausscheiden, lässt sich auch im Harn ein erhöhter Zuckerwert feststellen.

Weil die Zellen aufgrund des Insulinmangels keinen Zucker bekommen, ernähren sie sich von sog. Ketonkörpern. Auch diese lassen sich im Urin mit einem Teststreifen messen und sind ein sicherer Hinweis auf das Vorliegen einer Zuckerkrankheit.

Einen weiteren Aufschluss gibt der Glucosetoleranztest: Der Patient erhält morgens auf nüchternem Magen ein Glas Wasser mit 75 g Glukose, das er innerhalb von fünf Minuten langsam austrinkt. Nach ein und zwei Stunden werden seine Blutzuckerwerte gemessen. Liegen sie zwei Stunden nach dem Test immer noch deutlich über 140 mg/dl, ist das ein sicherer Hinweis auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel. Beträgt der 2-Stunden-Wert mehr als 200 mg/dl, liegt ein manifester Diabetes mellitus vor.

Will der Arzt den Zuckerstoffwechsel über längere Zeiträume beobachten, untersucht er den HbA1c-Wert. Er ist ein Indikator für den Prozentanteil des mit Glukose verbundenen roten Blutfarbstoffes. Er ist direkt vom Blutzucker abhängig und liegt normalerweise bei 4 – 6 %. Bei einem gut eingestellten Diabetiker sollte der HbA1c-Wert möglichst unter 7 %, besser noch unter 6,5 % liegen.

Die schulmedizinische Therapie

 

Diabetes ist nicht im eigentlichen Sinne heilbar. Auch wenn man noch nicht manifest erkrankt ist und „nur“ gelegentlich erhöhte Blutzuckerspiegel aufweist, muss man für den Rest seines Lebens die Blutzuckerwerte im Blick behalten und sich ziemlich konsequent auf eine bauchspeicheldrüsenfreundliche Ernährung umstellen.

Da beim Typ I-Diabetes ein absoluter Insulinmangel vorliegt, MUSS er in jedem Fall und lebenslang mit Insulin behandelt werden. Die Folgeschäden einer unzureichenden Insulintherapie wären sonst verheerend.

 

Bei Patienten mit beginnendem Typ II-Diabetes finden sich oft eine ungesunde Ernährungsweise und Übergewicht. Fett kann in der Leber zu Zucker umgewandelt werden. Auch Menschen, die wenig Süßes essen, aber fettreiche Mahlzeiten lieben, können sich einen Diabetes „züchten“. Gewichtsreduktion, Sport und eine kohlenhydratreduzierte Ernährung sind dann die erste Stufe der Therapie. In vielen Fällen reichen diese Maßnahmen aus, um den Blutzuckerspiegel wieder auf ein normales Niveau zu senken.

Ist der Diabetes über dieses Stadium hinaus, können die Betroffenen Medikamente einnehmen, z. B. Sulfonylharnstoffe, welche die Insulinproduktion ankurbeln und über diesen Mechanismus den Blutzuckerspiegel absenken. Ist die Bauchspeicheldrüse dazu nicht mehr in der Lage, muss Insulin gespritzt werden.

Folgekrankheiten bei schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel

 

Ist der Blutzuckerspiegel durch Insulinmangel und Diätfehler permanent zu hoch, entwickeln sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte irreparable Schäden an den Blutgefäßen. Sie verstopfen zunehmend, indem sie im wahrsten Sinne des Wortes „verzuckern“. Zu den gefürchteten Spätfolgen gehören Erblindung, Amputation von Füßen, Unterschenkel oder Bein – diese sterben sozusagen bei lebendigem Leibe ab -, Nierenerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Um dies zu vermeiden, hat die Deutsche Diabetische Gesellschaft einen „Gesundheitspass Diabetes“ entwickelt, in den die Termine für regelmäßige Kontrolluntersuchungen eingetragen werden. Wer unter Diabetes leidet, braucht eine engmaschige Kontrolle von Blutzucker, Blutfettwerten, Zucker im Urin, HbA1c-Wert, Gewicht, Blutdruck und Sehfähigkeit. Letzteres dient der rechtzeitigen Behandlung von diabetischen Schäden an der Netzhaut des Auges.

Es kann nicht oft genug betont werden: Diabetes ist ein Krankheitsbild, das vom Betroffenen ein hohes Maß an Disziplin erfordert. Dazu gehört das Einhalten der Diät, regelmäßige Blutzuckerkontrolle, Medikamenteneinnahme, ggf. Insulinspritzen, Arztbesuche und Sport. Das wird reichlich belohnt: Wer sich als mündiger Patient erweist und sich an die Empfehlungen seines Arztes hält, wird gesund bleiben und ein weitgehend beschwerdefreies Alter erleben.

Das können Sie selbst tun

 

Die Volkskrankheit Diabetes lässt sich mit Naturheilmitteln nur begleitend behandeln. Sie mit homöopathischen oder pflanzlichen Medikamenten „heilen“ zu wollen, ist praktisch nicht möglich. Hier muss man realistisch bleiben, was die Möglichkeiten und Grenzen der Naturmedizin anbelangt. Eine naturheilkundliche Diabetestherapie ist in erster Linie eine Ernährungstherapie (s. u.). Daneben gibt es jedoch einige Heilpflanzen, die sich positiv auf den Zuckerstoffwechsel auswirken, weil sie den Blutzuckerspiegel stabilisieren können. Es ist schon viel gewonnen, wenn die Blutzuckerwerte ein wenig abgesenkt werden und keine starken Schwankungen mehr aufweisen. In der Praxis haben sich folgende Pflanzen bewährt.

  • Löwenzahn (Taraxacum officinale) wirkt entgiftend und harmonisiert den Leberstoffwechsel. Die Leber ist neben der Bauchspeicheldrüse das zentrale Organ für die Regulation des Zuckerhaushaltes.
  • Wegwarte (Cichorium intybus) reguliert die Tätigkeit der Oberbauchorgane Milz, Bauchspeicheldrüse und Leber und kann ebenfalls ausgleichend auf Blutzuckerschwankungen wirken.
  • Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) reduziert Blutzuckerschwankungen.
  • Artischocke (Cynara scolymus) eignet sich vorzüglich zur Senkung erhöhter Blutzuckerwerte.
  • Bärlauch (Allium ursinum) ist ein echter „Röhrchenputzer“ für die Blutgefäße, denn er kann Ablagerungen an der Gefäßinnenwand ein wenig abbauen und darüber den Blutdurchfluss verbessern.

Die genannten Pflanzen besorgt man sich am besten als pflanzlich-homöopathische Urtinktur. Das ist vor allem für Berufstätige erheblich einfacher als die Zubereitung in Form eines Tees. Für die Einnahme einer Urtinktur braucht man nur einen Löffel oder träufelt sich die Tropfen direkt auf die Zunge.

 

Regelmässige körperliche Aktivität beugt dem Entstehen bzw. Fortschreiten eines Typ-II-Diabetes vor: Schwimmen, Radfahren, Joggen – am besten ist täglich ½ Stunde Ausdauertraining von niedriger bis mittlerer Intensität. Auch ein leichter Kraftsport ist für die Reduzierung zu hoher Blutzucker- und Blutfettwerte gut geeignet. Sport macht die Körperzellen empfänglicher für Insulin. Sie sprechen besser auf das Hormon an und die sog. Insulinresistenz bildet sich zurück.

Mäßiger und regelmäßiger Sport ist gerade für den Typ-II-Diabetiker echte Gesundheitsförderung. Es empfiehlt sich jedoch, Art und Umfang der geplanten sportlichen Betätigung zuvor mit dem Hausarzt zu besprechen. Von plötzlichen sportlichen Höchstbelastungen ist abzuraten. Sie verbrauchen zu viel Blutzucker in zu kurzer Zeit, so dass es zu Unterzuckerung mit Schwindel und Schwächezuständen kommen kann. Die Belastungsintensität muss zum Patienten und zum Grad seines Diabetes passen. Doch für jeden Diabetiker gibt es eine Sportart, die von seinem Blutzuckerspiegel gut vertragen wird und mit Gewinn ausgeübt werden kann.

 

Daneben brauchen Diabetes-Patienten eine biologische Zusatztherapie, um ihre Leber- und Gefäßbelastung möglichst gering zu halten. Neben den bereits erwähnten Pflanzen sind die Urtinkturen von Carduus marianus (Mariendistel) zur Verbesserung des Leberstoffwechsels, von Crataegus (Weißdorn) bei Herzbelastung und von Ginkgo biloba zu Verbesserung der Mikrozirkulation des Blutes, v. a. im Gehirn empfehlenswert.

Beim Diabetes ist es die vordringliche Aufgabe der Naturheilkunde, immer wieder auf die Einhaltung des Normalgewichts, auf regelmäßigen Ausdauersport und ballaststoffreiche Vollwerternährung hinzuweisen. Dies gilt vor allem für Menschen, die aus „Diabetikerfamilien“ kommen und bei denen der Erbfaktor eine starke Rolle spielt. Das hat nichts mit Angstmachen zu tun. Vielmehr trägt der Therapeut ein Stück Mitverantwortung, seine erblich vorbelasteten Patienten nicht unwissend in ein vermeidbares Schicksal laufen zu lassen.

Ernährung bei Diabetes

 

Ein Diabetiker darf eigentlich – fast – alles essen. Erlaubt sind sämtliche Gemüse und Früchte, ferner Eier, Milch und Milchprodukte, Nüsse und Samen, Vollkornprodukte, Haferflocken, Sojaprodukte, alle Fleisch- und Geflügelsorten sowie Fisch.

Zu meidende Lebensmittel sind Datteln, Feigen und Rosinen – sie enthalten zuviel Zucker bezogen auf ihren Fasergehalt -, reiner Zucker sowie weißes Mehl und die aus ihnen hergestellten Produkte, geschälter Reis, gesüßtes Fertigmüsli und Kartoffeln. Auch Kaffee, starker Tee, Cola, Limonaden, gezuckerte Fruchtgetränke und Alkohol sind zu meiden.

Fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten pro Tag sind besser als drei große. Das vermeidet starke Blutzuckerschwankungen nach oben oder nach unten.

Diabetiker haben einen erhöhten Bedarf an folgenden Nährstoffen: Vitamin C, Vitamin E, Niacin, B-Vitamine, Chrom, Zink, Magnesium, Gammalinolensäure und Myoinositol. Betroffene sollten sich mit ihrem Heilpraktiker oder ihrem Arzt beraten, welches Vitaminpräparat für sie am besten geeignet ist.

 

Unter den Gemüsen, die sich besonders ausgleichend auf den Blutzuckerspiegel auswirken, zählen Topinamburknollen und Alantwurzeln. Für die Pflege der Blutgefäße empfiehlt sich der regelmäßige und reichliche Verzehr von Küchenzwiebel, Knoblauch und Bärlauch – letzterer lässt sich übrigens gut einfrieren, so dass man über das ganze Jahr frischen Bärlauch im Haus haben kann.

Nicht hoch genug loben kann man die Ballaststoffe. Sie quellen im Magen auf und bewirken ein natürliches Sättigungsgefühl. Man isst weniger – für Übergewichtige eine enorme Hilfe beim Abnehmen. Durch Ballaststoffe werden Kohlenhydrate nur verzögert in den Darm abgegeben. Das hält den Blutzuckerspiegel konstant und vermeidet überschießende Werte. Im Dünndarm binden Faserstoffe die Nahrungsfette. Deshalb senken sie den Blutfettspiegel. Im Dickdarm bilden sie einen guten Nährboden für Darmbakterien und sorgen für eine physiologische Bakterienflora.

Die Bedeutung der Krankheit

 

„La dolce vita“ – „Das süße Leben“, so heißt ein 1960 auf den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführter italienisch-französischer Film nach dem Drehbuch von Federico Fellini, in dem es, wie sollte es auch anders sein, um die Liebe geht.

In der Tat hängt des Lebens Süßigkeit auf´s engste mit dem Thema Liebe zusammen. Wenn man die Krankheit symbolisch betrachtet und um eines besseren Verständnisses willen Zucker und Liebe gleichsetzt, so ergibt sich ein bestimmtes Bild: So wie der unbehandelte Diabetiker Zucker über den Urin verliert, leidet er auf der seelischen Ebene unter einer Art Liebes-Durchfall. Es geht ihm etwas verloren, das er nicht halten kann. So wie seine Zellen den Zucker nicht aufnehmen können, kann er möglicherweise die Süße des Lebens, die Liebe, nicht wirklich annehmen, genießen und bis ins Innerste in sich hineinlassen.

Diabetiker neigen nicht immer, aber häufig zu einer auffälligen Verkopftheit und Abstraktion bis hin zur Pedanterie, andererseits zeigen sie aber auch eine gewisse Willensschwäche. Das äußert sich bei Patienten mit Altersdiabetes vor allem in der mangelnden Disziplinierung beim Essen. Diabetiker sind oft sehr „vernünftig“, es fehlt ihnen aber spürbar an „Biß“. Das ist verständlich bei Menschen, die ihren zentralen Energielieferanten, Zucker, nicht halten und nicht wirklich nutzen können und ihn stattdessen immer wieder über den Urin verlieren. Ihre Zellen öffnen sich für den Zucker zu wenig. Die Zelle – und das heißt ja: der ganze Mensch – möchte das Süße gerne aufnehmen, ist dazu aber nicht wirklich in der Lage. Er kann es nicht bis in sein Innerstes, also bis in die Zellen, hereinlassen. Auf der seelischen Ebene lässt sich bei diesen Patienten oft beobachten, dass sie sich schwer tun, Liebe anzunehmen, sich auf sie einzulassen, sie zu geben und zuzulassen. Diabetiker wirken manchmal emotional ein wenig blockiert und bedrückt. Viele von ihnen leiden unter den typischen Begleitsymptomen einer mehr oder weniger latenten bis offenen Depression: Schlaffheit der Muskeln durch Spannungsmangel, Verstopfung durch nachlassende Darmperistaltik, Impotenz, Flachatmung, Angstzustände, Schlafstörungen, innere Unruhe und ausgeprägte depressive Verstimmungszustände. Schaut man bei diesem Krankheitsbild in die Tiefe, wird deutlich: Diabetes ist weitaus mehr als nur eine Insulinmangelkrankheit. Vielmehr ist der Insulinmangel bereits ein Symptom des chronischen leibseelischen Energieverlusts. Diabetes kann körpersprachlicher Ausdruck einer Depression sein. Neben dem sorgsamen Einstellen des Blutzuckerspiegels braucht die Krankheit daher auch eine Therapie der begleitenden depressiven Symptome. Diabetestherapie umfasst auch das Aktivieren von Willenskräften, die Stärkung der Psyche, das Wiederfinden von Lebenslust und die Arbeit an erfüllenden zwischenmenschlichen Beziehungen.

 

©  Margret Rupprecht

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