Löwenzahn – Taraxacum officinale

Heilpflanze zur Verbesserung von Leberfunktion und Verdauungsleistung

Wenige Pflanzen sind so weit verbreitet wie Löwenzahn. Man findet ihn nahezu überall und seine Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte ist beachtlich.

Gleichzeitig zeigt er auch im äußeren Erscheinungsbild eine starke Wandlungstendenz: Schon früh im Jahr, wenn es noch kalt und nass ist, sprießt der Löwenzahn aus dem Boden und beginnt zu blühen. Seine strahlenförmigen Blüten färben ganze Wiesen gelb. Doch die Pracht dauert nicht lange. Schon bald verwandeln sich die gelben Blüten in runde, silberfarbene Fruchtstände. Sind die Löwenzahnsamen reif, werden sie wie kleine Schirme vom Wind auf und davon getragen.

Die sensible Reaktion der Blüten auf Wetterveränderungen ist ebenfalls von starker Wandlungskraft gekennzeichnet: Sie öffnen sich, wenn die Sonne scheint. Verschwindet sie jedoch hinter den Wolken, gehen die Blüten wieder zu. Eine Löwenzahnblüte spürt sehr genau, wann sie Energie tanken kann bzw. wann es angebracht ist, einen „introvertierteren“ Zustand zu pflegen. Bei Regen schließen sich Löwenzahnblüten bisweilen so stark, daß man annehmen könnte, sie seien verblüht. Dass eine Pflanze ein Lebewesen ist und – wie alle Lebewesen – sensibel auf seine Umgebung reagiert, lässt sich am Löwenzahn sehr gut beobachten.

Er steht mit seinem ganzen Pflanzenverhalten in enger Beziehung zum Thema Verwandlung und Anpassung. Die Pflanze ist ganz und gar „unstatisch“ und verkörpert damit den Gegensatz zu jeder Art von Erstarrungs- und Fixierungsprozessen. Im steten Wandel von Formen und Verhalten steht der Löwenzahn in großer Wesensverwandtschaft zur Umwandlungsaktivität des Organs Leber.

Die Leber ist die große Alchimistin unter den Organen. In ihr laufen unentwegt eine Fülle von Stoffwechselprozessen ab. Damit ist sie der Ort mit der größten Umwandlungsaktivität im Organismus. Aufgrund der Wesensverwandtschaft zwischen Löwenzahnverhalten und Leberaktivität und aufgrund seiner spezifischen, leberbezüglichen Inhaltsstoffe ist Löwenzahn eine wertvolle und bewährte Heilpflanze in der Behandlung von Lebererkrankungen und allen Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen, die als Folge einer beeinträchtigten Leberfunktion entstanden sind.

Eine nicht ausreichende Leberfunktion führt häufig zu Erstarrungs-, Ermüdungs- und Stauungsprozessen. „Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“ pflegten die alten Ärzte zu sagen. Manches chronische Müdigkeitssyndrom bessert sich umgehend, wenn die Leber mit arzneilichen Löwenzahnzubereitungen behandelt wird.

Praktische Einsatzmöglichkeiten für Löwenzahn

Bei therapeutischer Verwendung sind beim Löwenzahn keine Nebenwirkungen bekannt. Weder hat man besondere Vorsichtshinweise zu beachten noch sind Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beobachtet worden. Auch bei reichlichem Genuß von Löwenzahn, z. B. als Salat, und seinen arzneilichen Zubereitungen kommt es nicht zu Überdosierungserscheinungen. Die Heilpflanze kann sogar während der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingesetzt werden.

Löwenzahn regt auf sanfte Weise die Lebertätigkeit und den Gallenstoffwechsel an, fördert die Wasserausscheidung, ist ein appetitanregendes Bittermittel und eine gute Begleitmedikation bei trägem Leberstoffwechsel, Fettleber und Gallensteinleiden sowie auch bei Verdauungsbeschwerden, vor allem Völlegefühl, häufigen Blähungen und Unverträglichkeit von fettreichen Mahlzeiten. In der Volksmedizin wird Löwenzahn als sog. „Blutreinigungsmittel“ und als mildes Abführmittel gebraucht, da es die Darmtätigkeit anregt und damit über den Darm entgiftet. Ferner setzt man die Pflanze zur Behandlung von Gicht und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sowie zur Behandlung von Ekzemen und anderen Hauterkrankungen ein. Die Verwendung von frischen Löwenzahnblättern als Salat ist sehr beliebt.

Weitere Anwendungsgebiete für Löwenzahn sind Ausleitung und Entgiftung über die Leber, Allergien, Leistungsabfall und chronisches Müdigkeitssyndrom, Kältegefühl in den Extremitäten sowie Kopfschmerzen als Folge von schlechter Verdauung.

Zubereitungen aus Löwenzahn sollten kurmäßig mindestens vier bis sechs Wochen lang angewendet werden, bei älteren Patienten empfehlen sich mehrere wiederholte Kuren im Jahr.

Man kann Löwenzahn als Urtinktur einnehmen (3 x täglich 5 – 10 Tropfen), als Tee, Frischpflanzenpreßsaft oder im Rahmen eines Komplexhomöopathikums. Darin wird Löwenzahn in tiefer homöopathischer Potenz mit weiteren leberwirksamen Heilpflanzen kombiniert, wodurch seine gute Wirkung auf Leber und Verdauungstrakt noch stärker zur Entfaltung kommt.

© Margret Rupprecht

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